Mozarts graziöse Sonate KV 333 begann mit schwereloser Entschlossenheit, blühte weich und melodiös auf und mündete in satten, reifen Ausdruck. Im Mittelpunkt von Rudolf Buchbinders an Superlativen reichem künstlerischem Schaffen steht Beethoven. Dessen umfangreicher und komplexer Klaviersonate op. 53, der Waldstein-Sonate, begegnete er mit Frische und Weisheit, baute nach drängendem Beginn und gewisser Härte mit dramatischen Akzenten Spannung auf, die sich in großen Gefühlen löste. In Robert Schumanns „Symphonischen Etüden“ liegt die Antwort der Romantik auf Bachs Kunst der Variation. Mit den von Brahms wieder eingefügten, erst verworfenen Stücken schuf Buchbinder im Stefaniensaal ein Kaleidoskop feinster musikalischer Details, in das sich Witz, Gefühl, Pracht und Schlichtheit fügten.