Mut zur Lücke? Im Kulturprogramm der Landesregierung fällt vor allem auf, was fehlt. Zwar werden etwa die „heimischen tradierten Werte“ und die „historisch gewachsene Identität“ des Landes in dem zweieinhalbseitigen Grundsatzpapier mehrfach bemüht und „Highlights für viele Geschmäcker und höchste Ansprüche“ versprochen. Dafür scheinen die für die steirische Kulturlandschaft so prägenden Ausformungen der Gegenwartskunst keine große Rolle in der künftigen Kulturpolitik zu spielen. Der „steirische herbst“, immerhin das wichtigste Kunstfestival des Landes, wird nicht einmal erwähnt. Die unabhängige Kulturszene, fruchtbarer und innovativer Nährboden des Kunstgeschehens im Land, taucht nur im Zuge einer Ankündigung auf: Man lege Wert auf ein „ausgeglichenes Förderverhältnis zwischen der Volkskultur und den allgemeinen Kulturförderungen bzw. der freien Szene“, liest man da.
Volkskultur vs. Hochkultur
Blau-Schwarzes Kulturprogramm: Mut zur Lücke und viele offene Fragen
Das Kulturprogramm des Landes ist straff und in manchen Bereichen ominös vage. Die freie Szene ist entsprechend nervös.
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