Es war so, dass ich mich nackt ausziehen sollte – als Einzige.“ Oder: „Warum muss er noch eine junge Schauspielerin nehmen, um ihr Gesicht in den Schritt zu drücken?“ Und: „Im Bademantel setzte er sich zu mir aufs Sofa, legte seine Hand auf meinen Oberschenkel.“ Diese Sätze stammen nicht aus einem schlechten Drehbuch für einen TV-Krimi. Sie sind allesamt so passiert; auf Theaterproben, an Filmsets, bei Castings. Die Betroffenen dieser Übergriffe haben nun ihr Schweigen gebrochen und in der NDR-Doku „Gegen das Schweigen“ ausgepackt; viele vor der Kamera. Drei mutmaßliche Täter werden beim Namen genannt; zwei stammen aus Österreich: Regisseur Julian Pölsler, Theatermacher Paulus Manker, Schauspieler Kida Khodr Ramadan. Namen, hinter denen eine Reihe von eidesstattlichen Erklärungen, journalistischen Gegenchecks und Zeugen-Berichten stehen. Es gilt die Unschuldsvermutung.