AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Smartphones & Co.Wir haben das Nichtstun verlernt: Seien Sie ein Faultier!

Wir sind eine Freizeitgesellschaft, der die hohe Kunst des Müßiggangs abhandengekommen ist. Dabei wäre das Nichtstun ein wichtiger Schritt zur eigenen Lebenszufriedenheit.

Weiterlesen mit unserem Digitalabo

Gratis testen

    Sie erhalten Zugriff auf:

  • Alle Kleine Zeitung Plus Artikel
  • Tägliches E-Paper
  • Smartphone App
Einfach einmal abhängen wie ein Faultier
Einfach einmal abhängen wie ein Faultier © (c) jdross75 - stock.adobe.com (Jonathan Ross)
 

Und schon wieder ist eine Woche vorbei: Die Feiertage mit ihren trägen Tagen dazwischen, daran erinnern uns vielleicht noch etwaige überflüssige Pfunde. Mag das Jahr noch jung sein, so hat es doch schon die Tendenz zum Rasen. Einmal in der Mitte des Monats angekommen, biegt sich die Zeitkurve schon in Richtung Februar. Manch einer sieht jetzt vielleicht schon den Frühling kommen. Doch stopp, wollen wir es nicht so schnell angehen, bleiben wir noch im Jänner. Draußen ist es kalt, es ist früh finster – in unserer ausgeprägten Freizeitgesellschaft mag das als Makel durchgehen: Es schränkt die Auswahl an Freizeitaktivitäten empfindlich ein. Doch zu früheren Zeiten war gerade der Winter eine Zeit des Nichtstuns, eine Zeit der Ruhe, eine Zeit der Beschäftigung mit sich selbst. Ein Blick auf unsere überhitzte Gesellschaft zeigt: Sie plant ihre Freizeit perfekt durch, sofern sie diese nicht ohnehin gleich mit der Arbeit vermischt. Und wo man am Montag nach dem Wochenende doch bitte etwas vorweisen muss: Ausflug gemacht, check, Sport absolviert, check, Konzert besucht, check, mit Freunden getroffen, check.

Wenn sich der Sonntagabend gleich müde anfühlt wie der Freitagabend, muss man sich dann nicht die Frage stellen: Haben wir das Nichtstun verlernt? Können wir uns noch ohne Ziel bewusst dahintreiben lassen oder lassen wir uns lieber von anderen antreiben? Peter Zellmann, Leiter des Wiener Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung, läuft bei dieser Frage gleich zu Hochtouren auf: „Wir müssen lernen, dass dieses sogenannte Nichtstun sehr sinnvoll und durchaus leistungsfördernd ist. Das Nachdenken über sich und die Welt, das ist eine Gehirnleistung. Das zu fördern, ist ein Gebot der Stunde.“

Kommentare (1)

Kommentieren
Hildegard11
0
16
Lesenswert?

Lange schlafen, nichts tun....

....Zeit zum Reden haben, spazierengehen in Wald und Feld ist auch "ur"umweltfreundlich und kostengünstig. Schönen Sonntag.

Antworten