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Zweites SoloalbumGenres sind ihr egal: Phoebe Bridgers meldet sich mit "Punisher" zurück

Mit ihrem Debüt ist sie zum Shootingstar avanciert, aber das hat die 25-Jährige trotzdem nicht unter Druck gesetzt: "Das Wissen, dass ich ein Publikum habe, gibt mir Selbstvertrauen."

Phoebe Bridgers mit Conor Oberst
Phoebe Bridgers mit Conor Oberst, der auch beim neuen Album "Punisher" mitgearbeitet hat © Nik Freitas
 

Phoebe Bridgers ist gleich mit ihrem Debüt zum Shootingstar avanciert. Eine anschließende Kooperation mit Conor Oberst untermauerte diesen Status. Nun erscheint das zweite Soloalbum "Punisher". "Ich hätte gerne ein zweites Ich", sagte die 25-Jährige im Interview mit der Austria Presse Agentur. "Ich würde mir beim Arbeiten viel leichter tun, wenn ich mich mit meinem zweiten Ich absprechen könnte." Die neuen Songs sind allerdings auch so wieder wunderbar ausgefallen. "Ich glaube, ich habe viel dazugelernt", meinte die Musikerin aus Los Angeles. "Das erste Album ("Stranger In The Alps", Anm.) zu machen und zu veröffentlichen, war die beste Erfahrung. Und das zweite gefällt mir viel besser, weil ich diese Erfahrung einbringen konnte."

Unter Druck habe sie sich nach dem Durchbruch nicht gefühlt: "Das Wissen, dass ich ein Publikum habe, gibt mir Selbstvertrauen. Vor Veröffentlichung des Debüts konnte ich nicht ahnen, ob ich damit jemanden erreiche. Da war immer noch der Hintergedanke vorhanden, einen normalen Beruf ergreifen und das Musikbusiness verlassen zu müssen, wenn sich niemand für die Songs interessiert. Ich hatte ja noch keine Fans."

Zu ihren Fans zählt nun u.a. Conor Oberst (Bright Eyes), mit dem sie das Projekt Better Oblivion Community Center aus der Taufe hob. "Er hat teilweise auch an 'Punisher' mitgearbeitet", erzählte Bridgers. "Es ist so schön, Leute um mich herum zu haben, denen ich vertraue, was die Kreativität betrifft." Ein paar Mitstreiter von Oberst, etwa Mike Mogis und Nathaniel Walcott, wirkten ebenfalls mit - wie auch der legendäre Drummer Jim Keltner und andere namhafte Gäste.

"Diese Leute haben so viel zur Musik beigetragen", schwärmte Bridgers. "LA ist großartig, weil hier so viele großartige Kollegen leben. Na ja, und dann kamen Freunde von Freunden dazu und eben Freunde von Conor. Wir mussten gar nicht auf diese Leute zukommen, sie waren schon da. Wir haben gesagt: 'Ok, dann lasst uns etwas gemeinsam machen.'"

Der Albumtitel "Punisher" unterstreicht, dass sich Bridgers keiner Genre-Polizei unterwirft. "Es gibt zwar einen gleichnamigen Song, aber das ist gar nicht mein Lieblingsstück. Ich dachte einfach, 'Punisher' wäre ein Bad-Ass-Albumtitel. Er klingt nach Heavy Metal." Auf ihrer Homepage mit der so gar nicht auf eine feinfühlige Songwriterin hinweisenden Adresse www.phoebefuckingbridgers.com werden T-Shirts mit dem Schriftzug der Künstlerin in Form eines Death-Metal-Logos angeboten. "Metal-Shirts haben doch ein viel besseres Design als Indie-Sachen", schmunzelte Bridgers.

"Meine Musik muss nicht irgendwelchen Genres entsprechen", fügte die Amerikanerin hinzu. "Sie klingt wie auch immer." Es sei ihr egal, wo man sie einordne - "solange niemand böse auf mich ist, wenn ich etwa als nächstes ein Countryalbum aufnehmen würde. Ich mag die Freiheit, egal was zu tun. Aber ich verstehe es, wenn manche Leute Genres (zur Orientierung, Anm.) brauchen."

"Punisher" präsentiert Phoebe Bridgers als kreativen Freigeist, als begnadete Texterin, als vielseitige Musikerin und auch ebensolche Sängerin. "Ich liebe gesangliche Herausforderungen", sagte die Kalifornierin. "Was ein bisschen komisch ist, weil ich meine Songs flüsternd komponiere. Das ist zu einer Gewohnheit geworden, wenn ich für mich selbst singe. Erst nach einiger Zeit, vielleicht sechs Monaten nachdem ich das Lied geschrieben habe, singe ich dann den Song in einem Studio zum ersten Mal. Das ist wie eine Entdeckungstour."

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