Polit-Skandal Pussy-Riot-Musikerinnen auf der Krim festgenommen

Die russische Polizei hat mehrere Mitglieder der Künstlergruppe Pussy Riot beim Versuch einer Protestaktion auf der Halbinsel Krim festgenommen. Zwei Aktivistinnen werden vermisst.

Mitglieder der Punk-Band Pussy Riot bei einer spontanen Protestaktion © AP
 

Polit-Skandal, nächster Akt. Mehrere Mitgliederinnen der Künstlergruppe Pussy Piot wurden beim Versuch einer Protestaktion auf der Halbinsel Krim festgenommen.  Nur der Aktivistin Maria Aljochina gelang es, in der Krim-Hauptstadt Simferopol kurzzeitig ein Plakat mit der Aufschrift "Freiheit für Senzow" zu zeigen.

Sie erinnerte damit an den ukrainischen Filmemacher Oleg Senzow von der Krim, den Russland 2015 als angeblichen Terroristen zu 20 Jahren Haft verurteilt hatte.

Spurlos verschwunden

Nach der Aktion wurde Aljochina in einem Cafe von nationalistischen Kosaken angegriffen und dann auf ein Polizeirevier gebracht, schrieb der Journalist Anton Naumljuk auf Facebook. Von den Gruppenmitgliedern Olga Borissowa und Alexander Sofejew gebe es seit Montag keine Spur. Sie seien mehrfach vom Inlandsgeheimdienst FSB festgehalten worden, der ihre Handys und Computer zerstörte, berichtete Pussy Riot auf Twitter.

"Rowdytum"

Die kremlkritische Punkband Pussy Riot ist ein loser Zusammenschluss von rund zehn Frauen. Die Gruppe hat in der Vergangenheit immer wieder künstlerische Guerilla-Aktionen an öffentlichen Orten inszeniert. 2012 wurden drei Aktivistinnen, darunter Aljochina, nach einem "Punk-Gebet" in einer Kirche verhaftet, wegen Rowdytums aus religiösem Hass verurteilt und später begnadigt.

Asyl-Ansuchen

Zwei Aktivistinnen der russischen Protestgruppe haben im Jänner  in Schweden Asyl beantragt. Dem Fernsehsender SVT sagten Lusine Dschanjan und Alexej Knedljakowski, sie seien mit ihrem kleinen Sohn bereits seit zehn Monaten im Land und lebten in einem Flüchtlingszentrum. "Hier müssen wir nicht ständig Angst haben", sagte Knedljakowski. Was sie bei einer Rückkehr nach Russland erwarte, sei viel schlimmer.

Österreich-Konzert

Am 9. März wollte das Kollektiv unter dem Titel "Pussy Riot Theatre" in der Wiener Arena auftreten. In einer Konzertreihe, die unter dem treffenden Titel "Tage des Aufstands" steht. Ob die Gruppe tatsächlich auftreten kann, ist derzeit völlig ungeklärt.

 

 

Kommentieren