Bei den Oscars sind sie leer ausgegangen: Nicole Kidman, Javier Bardem und J. K. Simmons, die für ihre Rollen in "Being the Ricardos" nominiert waren. Der Amazon-Film beleuchtet die Hintergründe einer frühen Sitcom: "I Love Lucy", welche die Hauptdarsteller Lucille Ball und Desi Arnaz in den 50er-Jahren zu Superstars machte.

Der Film ist eine dieser gediegenen, gut gemachten und gespielten Geschichtsaufarbeitungen, die Hollywood die Gelegenheit geben, sich selbst zu feiern. Regisseur und Drehbuchautor Aaron Sorkin ("Social Network", "Trial of the Chicago 7") ist auf derlei zeitgeschichtliche Themen spezialisiert und hat auch über Ball/Arnaz ein finessenreiches Werk geschaffen, in dem zahlreiche bis heute relevant gebliebene gesellschaftliche Themen mitverhandelt werden.

Neben den Schauspielern ist das Beste an "Being the Ricardos" die doppelbödige Schlusspointe (Achtung, Spoiler!). Lucille Ball ist dem Kommunismus verdächtig, was in den USA der 50er einem Karriereende gleichkommt. Vom Verdacht reingewaschen wird sie showträchtig durch einen Anruf direkt in ihre Sendung. Der Anrufer, der ihr den Persilschein ausstellt, ist FBI-Boss J. Edgar Hoover persönlich. Alles andere ein Sympathieträger, eher eine diabolische Figur. Merke: In Hollywood braucht es fürs Happy End keinen Deus ex Machina, manchmal kommt die Hilfe von sehr viel weiter unten.