Neue TV-DokuFranz Fischler: Kurz "war wie eine Silvesterrakete"

In einer neuen Doku auf ORF III (Donnerstag, 20.15 Uhr) sprechen unter anderem Heinz-Christian Strache, Wolfgang Schüssel und Franz Fischler über die ereignisreiche politische Laufbahn des Ex-Kanzlers.

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WAHLKAMPFAUFTAKT OeVP: KURZ
Wo alles begann: Nach dem Wahlkampf 2017 wurde Sebastian Kurz Bundeskanzler. © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Knapp eineinhalb Monate sind vergangen, seit sich Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz aus der Politik zurückgezogen hat. Er, der Hoffnungsträger einer ÖVP, die er von Schwarz auf Türkis umfärbte, er, der mit 24 Jahren Staatssekretär und mit 31 Regierungschef wurde, steht am Donnerstagabend im Mittelpunkt eines Schwerpunkts in ORF III. Der Sender, der kontinuierlich sein Profil als Informationssender schärft, zeigt am Donnerstag um 20.15 Uhr die Doku "Sebastian Kurz – Der türkise Weg zur Macht". Franziska Mayr-Keber und Reiner Reitsamer erzählen darin die Geschichte vom steilen Aufstieg und vom tiefen Fall des Ex-Politikers. Was bleibt von ihm? Wo liegen seine Leistungen, wo seine negativen Folgen für das Land?

In Interviews kommen Wegbegleiter, Konkurrenten und Politikanalysten zu Wort. Ex-FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache schildert einen Menschen, der nicht aus der Balance zu bringen ist: "Er hat den Eindruck vermittelt, sich immer unter Kontrolle zu haben. Es war unheimlich." Ähnlich sieht das in der Doku der Politikberater Thomas Hofer: "Kurz war ein unglaublich kontrollierter, auf Fehlervermeidung programmierter Politiker. Er hat nichts dem Zufall überlassen." Wolfgang Schüssel, von 2000 bis 2007 ÖVP-Bundeskanzler, sieht durch Kurz "die politischen Mittel neu definiert – mit Themen, aber auch mit einem neuen Stil." Für den ehemaligen EU-Kommissar und österreichischen Landwirtschaftsminister Franz Fischler war Kurz "wie eine Silvesterrakete. Das ist irrsinnig schnell und senkrecht in die Höhe gestartet, hat ein Riesenlicht und Feuerwerk produziert – und ist dann sehr rasch auf den Boden gefallen."

Eva Linsinger, Journalistin beim "profil", beschreibt in der ORF III-Doku Österreich als Mutterland des Populismus: "Jörg Haider, Karl-Heinz Grasser – bei diesen Politikern gab es viel Show, aber ganz wenig Substanz. Da gehört auch Sebastian Kurz dazu, der mit diesem Populismus aufgewachsen ist." Zum politischen Niedergang von Sebastian Kurz führten am Ende Chat-Protokolle, die ein unwürdiges Sittenbild zeigten. Dazu die Journalistin Anneliese Rohrer: "Die Vorstellung, dass man von solchen Leuten regiert wird, hat mich empört. Aber mehr noch: Sie hat mich erschreckt."

Premiere für Lorenz-Dittlbacher

Vertieft wird die Auseinandersetzung mit dem Kurz-Erbe im Anschluss in der "Runde der ChefredakteurInnen". Dort diskutieren Rainer Nowak ("Die Presse"), Martina Salomon ("Kurier"), Christian Nusser ("Heute"), Petra Stuiber ("Der Standard") und Hubert Patterer von der Kleinen Zeitung. Moderiert wird das Gespräch erstmals von Neo-Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittlbacher.

Kommentare (29)
Planck
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Gottlob hat sich es sich wieder bewahrheitet:

"You can fool all the people some of the time and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time."

Irgendeiner
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Naja,ich seh einen Opportunisten der von Anfang an

die Wahrheit regelmäßig geschändet hat und dabei zu allem plapperte von dem er ebenso nachweislich nichts verstand.Und wer die Stirn hat eine Pandemie zum Eigennutz zu instrumentalisieren, zum Beispiel durch die anmaßende Behauptung, er von allen Menschen hätte eine Pandemie im Griff,der ist für mich noch nicht Geschichte,weil das hätte nicht ins Amt führen dürfen sondern zum Amtsarzt.Er ist aber jetzt in kongenialer Umgebung,während Blümel vorsichtiger sein muß,Anleger nehmens bei Verlusten nicht so locker wie Wähler wenn man frech behauptet, es würde eh niemandem was weggenommen,beim Gerstl wirds schwieriger,die Gier ist in der regel stärker als der Intellekt.

crawler
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Ein Artikel

vom sehr geschätzten Herrn Winkler bewahrheitet sich immer mehr. Den ORF und auch einige Medien plagt einfach ein starker Phantomschmerz. Das zeigt einmmal mehr auch die honorable Teilnehmer Runde.

schadstoffarm
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kein Artikel

sondern seine persönliche Meinung da in der Kommentarspalte.

jg4186
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mit diesem Populismus aufgewachsen

Die beiden Damen der Medien, Linsinger und Rohrer, haben es bestens beschrieben: "viel Show, aber ganz wenig Substanz; ".; ".. dass man von solchen Leuten regiert wird, hat mich empört. Aber mehr noch: es hat mich erschreckt." Politik war zur Show verkommen, Werte wie Anstand, Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein u. a. spielten keine Rolle - aber so viele Menschen haben dieser Show zugestimmt, haben SK & Co. gewählt!
Das macht nachdenklich, darüber müssen wir weiterhin nachdenken und achtsam sein. Nicht nur wir Österreicher sind anfällig für Populismus, leider.
P.S.: Silvester-Raketen sollen ja ohnedies verboten werden, wird diskutiert, oder?

Futuresta
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Totengräber

Der Fischler hat es Nötig so ein Statement abzugeben. Er ist einer der Totengräber in der EU für Österreich neben dem jetzigen O. Karas.

heri13
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Er war eine fehlzündung!

.

Chruchhill
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"Wie eine Silvester-Rakete":

Laut, teuer und lästig.

blendent
9
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Er hat manipuliert und betrogen,

das sind einfach unlautere Mittel, da kann kein anderer was dafür wenn jemand so untadelig agiert!

crawler
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Man darf nicht vergessen,

dass ihm das alles durch die Performance der damals regierenden SPÖ sehr leicht gemacht wurde.

Lepus52
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Echt jetzt?

Mitschuld bei anderen zu suchen, da kann man nur beim Wähler und sich selbst fündig werden. Wenn ein Räuber in ein Haus eindringt, wer ist daran schuld? Der Hausbesitzer? Das Haus ist zu mondän, der Zaun zu niedrig, die Alarmanlage zu leise, die Nachbarn zu abgeschirmt und vieles andere mehr. Wer hat von den Typen wie Kurz, Haider, Grasser gewarnt? Der Wähler glaubte den Blendern und verachtet die Warner. Den Schaden muss er dann selbst tragen.

Lodengrün
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Ja

und der Papst hat auch einen Teil dazu beigetragen. 🤣

blendent
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Er hat manipuliert und betrogen,

das sind einfach unlautere Mittel, da kann kein anderer was dafür wenn jemand so untadelig agiert!

Ogolius
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Eigentlich ….,,

dass es in einer Zeit, in der Manipulation der Gesellschaft mittels „algorithmischer Steuerung“ (und so vermittelt als zielorierntierter Lebensglaube - siehe Messias) möglich war, diese Zeichen richtig zu deuten und dem Schrecken rasch (und doch um vier Jahre zu lange) ein Ende zu bereiten. Heute ist nichts leichter, als der Bevölkerung „Persönlichkeiten“ vorzusetzen, um die für Viele verrückte Welt wieder zurechtzurücken. Konsumorientierter Kapitalismus, ökonomischer ungebändigter Marktglaube trübt den Blick auf‘s Wesentliche… und da kann sich Altbundeskanzler Schüssel (der Markt richtet alles) nun rühmen, als miesester „Schweigekanzler“ von einem noch mieseren „MessageControl Kanzler“ abgelöst worden zu sein

aposch
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Franz Fischler

Die ehemalige EU- Kommissar hat es nötig, über jemand herzuziehen. Als Landwirtschaftskommissar hat er unseren Bauern sehr viel Geld entzogen. Vielleicht ist beleidigt, weil ihn bei und niemand wollte.

blendent
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Nix

mitbekommen die letzen Jahre?

hbratschi
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kurz...

...war keine silvesterrakete, eher eine blendgranate. hat aber locker gereicht, um als schüsselgrasserverschnitt kanzler zu werden. das liegt aber weniger an ihm sondern vielmehr an den wählern, die immer wieder auf solche typen reinfallen...

Rinder
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Kurz

Lange hat sich die Dittelbacher nicht Zeit gelassen. Fischler, man hat es bemerken können, einer von den wenig erfolgreichen Altschwarzen. Ehrenvoll ist anders.

SoundofThunder
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Sylvesterrakete,Sternschnuppe,Messias,….

Marketing-Gag. Mit Abstand der schlechteste Kanzler Eber. Schlägt sogar Faymann und das will was heißen.

Leiti
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Runder Tisch mit Kurz Befürworter!

Wofür dieser Runde Tisch, um Kurz reinzuwaschen?
Rainer Nowak ("Die Presse"), Martina Salomon ("Kurier"), Christian Nusser ("Heute") und Hubert Patterer!
Alles mehr und etwas weniger- Kurz Unterstützer!?!
Eine kritische Stimme, Petra Stuiber (Der Standard) gegen Vier!?!

Leiti
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Runder Tisch

Warum wird vom Falter niemand eingeladen???

aposch
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Falter

Der Falter ist ein Schmierblatt sondergleichen. Von Ausgewogenheit oder neutraler Berichterstattung keine Spur. Dass Brennrote diese Zeitung schätzen ist verständlich, die nur nach Skandal suchen und wenn notwendig schaffen!

Gotti1958
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aposch

Liest du den Falter oder hast du deine Infos von Telegram (was ich stark vermute) ?

Immerkritisch
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Neuer Job

für Strache???

imogdi
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Kurz "war wie eine Silvesterrakete" -

wie es nunmal Raketen eben geht - Sie BLENDEN erst STEIGEN auf - doch dann VERGLÜHEN sie in "KURZER" ZEIT -

deshalb: KURZ wählen und LANG LEIDEN - so ist es uns wohl ergangen :-(((((

Ein eigenartiger, aber bezeichnender Fall - KURZ verglühte ZWEIMAL.

Hieronymus01
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Die Rakete haben aber die Wähler selbst bestellt.

Das Marketing hat funktioniert.

Es wurden Bedürfnisse geweckt und die Wähler wurden geblendet und haben ihn mehrmals gewählt.

Das Volk bekommt das was sie Wählen.

 
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