Doku über die Ibiza-AffäreWie Ibiza zum Coup und Skandal wurde

Spannende Wahrheitssuche im Kino: Daniel Sagers Dokumentarfilm „Hinter den Schlagzeilen“ begleitete das Investigationsteam der „Süddeutschen Zeitung“. Das Ibiza-Video kam dem Dreh dazwischen.

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Bastian Obermayer (links) und Frederik Obermaier (rechts) trafen Edward Snowden © filmdelights
 

Der 17. Mai 2019 sollte Österreich verändern. Um 18 Uhr veröffentlichten „Spiegel“ und „Süddeutsche Zeitung“ Sequenzen eines heimlich gefilmten Videos, in dem der damalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und sein Klubobmann Johann Gudenus mit einer vermeintlich russischen Investorin auf Ibiza über Staatsaufträge, die „Kronen-Zeitung“ und den Ausverkauf Österreichs sprachen. Was folgte, ist bekannt: Rücktritte, Koalitionsende, Übergangsregierung, Neuwahl. Damit endet der Dokumentarfilm „Hinter den Schlagzeilen“. Wenige Stunden davor versuchten die FPÖ-Politiker noch, die Recherche kleinzureden. Für das Investigativ-Ressort der „SZ“ mutierten die zugespielten Videos zum Coup. Eigentlich wollte der Regisseur Daniel Sager nach „Panama Papers“ und vor „Paradise Papers“ einen Film über die „Wahrheitsfindungsprozesse im investigativen Journalismus“ machen. Ibiza kam ihm dazwischen – und vor die Kamera. „Am Anfang war es nicht klar, ob die Videos Teil des Films werden können“, sagt Sager. Und: „Ich war aus Quellenschutzgründen über vieles nicht informiert.“
Ein Film über den hochsensiblen Bereich des investigativen Journalismus stößt inszenatorisch bald an Grenzen, geht es doch darum, Daten, Quellen und Whistleblowerinnen und Whistleblower zu schützen.

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