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Soziale NetzwerkeDas digitale Verstummen von Donald Trump

Eine Woche bevor Donald Trump seine politische Macht verliert, wenden sich immer mehr soziale Netzwerk von dem einstigen Superstar des Digitalen ab: Facebook, Instagram, YouTube, Snapchat, Reddit, Twitch, Pinterest, TikTok, Shopify und einige andere haben Maßnahmen ergriffen.

Donald Trump hat immer weniger Möglichkeiten zur digitalen Kommunikation
Donald Trump hat immer weniger Möglichkeiten zur digitalen Kommunikation © APA/AFP/Mandel Ngan
 

Vergangenen Freitag hat Twitter das Konto von Donald Trump dauerhaft sperren lassen. Trump verlor damit die Möglichkeit, mit 80 Milllionen Followern zu kommunizieren. Seither haben sich weitere digitale Plattformen zu Sperren entschlossen. Facebook und Instagram folgten mit Langzeit-Sperren, während YouTube (das zum Google-Konzern gehört) vergangenen Dienstag mit einer Sperre nachzog, die zumindest eine Woche dauern soll. Hinzu kam, dass die von rechten genutzte "Ausweich-Plattform" Parler nicht mehr über Amazon, Google oder Apple zu beziehen ist. Nun ist Snapchat nachgezogen. Der Snapchat-Kanal Trumps wird vor allem von seinen Unterstützern genutzt.

Mit Reddit, Twitch haben weitere Plattformen Trumps Kommunikationsmöglichkeiten weiter eingeschränkt, teilweise wurde hier schon am Tag nach dem Aufstand am Kapitol reagiert. Google hat derweil jegliche politische Werbung bis zum Tag von Joe Bidens Angelobung am 20. Jänner.

Andere Plattformen haben zwar keine Sperren ausgesprochen, aber blockieren Themen. Die Videoplattform TikTok und das Fotonetzwerk Pinterest etwa löschen Hashtags wie "'stormthecapitol". TikTok kommentierte offiziell: "Hass und Gewalt haben keinen Platz auf TikTok".

Auch der Absatz von Trump-Merchandising wird erschwert: Die Plattform Shopify hat Onlineshops, die solche Artikel anbieten, vom Netz genommen, während auch die Server-Plattform Discord einen Trump-Server stillgelegt hat. Der US-Bezahldienst Stripe dagegen bearbeitet keinerlei Zahlungen mehr, die Trump-Spenden für seine Präsidentschaftskandidatur betreffen.

Während die sozialen Netzwerke den baldigen Ex-Präsidenten hinauswerfen, ist auch eine Absetzbewegung von Trump-Anhängern bemerkbar. Zudem wird die Sache noch zum juristischen Kampf: Der Chef von Parler, John Matze, hat die Maßnahmen gegen die Plattform als "krank" und als "Zensur" bezeichnet und rechtliche Schritte eingeleitet. Abseits davon werden die zahlreichen Sperren auch von republikanischnen Politikern und Publizisten als Angriff auf die Meinungsfreiheit bewertet. Auf dem Trump-freundlichen Kanal Fox News kursiert seit einigen Tagen die Formulierung "Big Tech Censorship" - "Zensur durch digitale Konzerne".

Kommentare (2)
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MoritzderKater
1
11
Lesenswert?

Wo bleibt jetzt sein siegessichere Lächeln?

Tja, das Austeilen ist ihm gelegen - das Einstecken eher nicht!

Zwiepack
2
25
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Tweets und Posts, die der Welt nicht abgehen werden

Anders hätte er nie die Klappe gehalten