AnalyseNach dem ESC-Aus für Paenda: ORF hält 2020 an interner Auswahl fest

"Limits", die intime und für viele sperrige Ballade ohne Höhepunkt hat das Finale beim Song Contest verpasst. Österreichs Vertreterin Paenda bereut aber nichts. Der ORF darf sich indes über eine gute Quote freuen.

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Eurovision Song Contest 2019
Paenda bei ihrem Auftritt in Tel Aviv mit "Limits" © (c) ORF/Zach-Kiesling
 

Es muss nicht die große Glanz- und Glamour-Ballade à la Whitney Houston oder eine überschwengliche Uptempo-Nummer bzw. Gute-Laune-Beschallung sein, das haben zuletzt der Portugiese Salvador Sobral und die Ukrainerin Jamala bewiesen, doch Paendas Titel "Limits" wurde angesichts seiner ESC-Untypischheit auch nicht als Kleinod wahrgenommen. Und stand auch nicht durch eine politische Botschaft wie bei "1944" (Jamala) im Fokus.

Mag die Kopfstimme ohnehin manche Zuschauer und Zuhörer irritiert haben, zudem eine kleine gesangliche Unsicherheit geortet worden sein (was in beiden Semifinali freilich öfters vorkam), war der Zuspruch in der Kombination von Fachjuroren (fünf Köpfe pro Land) und Televoting des Publikums eben zu klein. Welche Platzierung die Steirerin tatsächlich im zweiten Halbfinale erreicht hat, wird vom Song-Contest-Veranstalter EBU erst im Laufe des Sonntags verlautbart, aber es hat eben nicht für die Top 10 gereicht.

Gute Quote

Der Auftritt von Paenda verfolgten im Schnitt 567.000 Zuschauer vor den Fernsehern. Bei der Entscheidung waren noch 462.000 Menschen dabei.

Zum Vergleich: Im Vorjahr zog das erste ESC-Halbfinale (mit Cesár Sampson) im Schnitt 515.000 Menschen an.

Europa wollte lautere Töne

Wie bewertet ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner das zweite Halbfinale? "Europa hat sich diesmal für die lauteren Töne entschieden - was ich persönlich sehr schade finde. Wir haben das Musikland Österreich mit großer Qualität vertreten. Mein dank und meine Hochachtung gilt unserer Künstlerin", hält sie fest. Sie will zwar das Vorgehen für 2020 noch nicht bestätigen, dem Vernehmen nach bleibt es aber bei einer internen ORF-Auswahl, da mit Zoe Straub, Nathan Trent und Cesár Sampson dieser Weg erfolgreich eingeschlagen wurde.

Ein öffentlicher Vorentscheid via Casting-Show à la "Unser Lied für ..." steht nicht im Raum, sowohl aus Kostengründen als auch aus dem Grund, dass manche potenzielle Künstler sich keinem öffentlichem Auswahlverfahren aussetzen wollen. Was etwa Luca Hänni, Favorit aus der Schweiz, bestätigt: "Das Schweizer Fernsehen dachte schon öfter an mich, aber erst heuer angesichts einer internen Suche sagte ich zu und reichte einen Beitrag ein." Ö3-Mann Eberhard Forcher ist jedenfalls schon auf der Suche nach starken Stimmen und emotionsgeladenen Ohrwürmern für 2020. Finanziell kommt man ohne Vorentscheid per Live-Show auf rund 700.000 Euro für das Unternehmen ESC.

Paenda: "Bereue nichts"

Zurück zu Paenda nach ihrem Aus beim Halbfinale: Die 31-Jährige versteckte sich nicht nach dem Ergebnis, sondern stellte sich den Medien. „Ich würde im Nachhinein nichts anders machen“, gestand sie im Gespräch mit der Kleinen Zeitung, „ich bereue nichts und habe mir nichts vorzuwerfen.  Ich musste mich keine Sekunde verbiegen. Und es war ein großer Teil an Zuschauern dabei, die mich über die sozialen Medien wissen ließen, dass ihnen sehr wohl gefällt, was ich tue.“ Sie würde Duncan Laurence ("Arcade") aus den Niederlanden den Sieg am Samstag vergönnen: „Er ist so ehrlich, einfach geil, solche Typen braucht die Welt: Die sich hinstellen und ihr Ding durchziehen!“

Der Favorit aus den Niederlanden: Duncan Laurence Foto © EBU


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Danke für Ihr Verständnis.

kl657ah
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ORF Experten ins Archiv verbannen!

Am Zeitgeist vorbei produziert, langweilig, keine Provokation.
Schön gestorben ist auch tot.
Nach der Blamage war Künstlerin bei den Interviews arrogant und unnötig selbstbewußt trotz des Versagens.
Das haben sich die Österreicher/innen durch seine ORF-Beamten nicht verdient.
Mut bei der Auswahl.

AIRAM123
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Grundsätzlich finde ich es gut dass es keine Publikumswahl mehr gibt

... da gab es nur Bauchfleck. Aber das heutige Lied war ganz schlecht gewählt.

zyni
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Welcher Experte vom ORF

hatte diesen künstlerischen Riecher, dass man mit diesem Lied den Wettbewerb beschickt?

4e49ee76994728c6d666ac2c5e590433
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Hätte mich wohl gewundert,

wenn das Gejammere dieser Paenda weiter gekommen wäre.... ☹️

levis555
2
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Never change a running system....

Nur weiter so....

hewinkle10
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Die Experten des ORF...

...schaffen es immer wieder völlig erfolglose Nummern loszuschicken. Wann wird man denn da endlich mal an verantwortlicher Stelle aufwachen. Die Buchmacher liegen mit ihren Einschätzungen fast immer richtig. A könnt ma net amol an ordentlichen internationalen Experten dafür einspannen? Die Ösi-Witztruppe hat ja offenbar überhaupt keine Ahnung!

go
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Experten

ich denke da haben Sie wohl seit Conchita alle letzten Contests verschlafen. Sampson, Trent oder Conchita, in welchem Auswahlverfahren waren diese ?
besser die Experten entscheiden lassen, Österreichs Publikum hatte nicht wirklich gut entschieden.

hewinkle10
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Auch a blindes Huhn findet mal ein Korn

Sie übersehen, dass die drei von Ihnen genannten Künstler schon vorher gute Hits hatten und auch die SongContest Lieder gut waren...ich kritisier ja gar nicht Paenda sondern primär das langweilige Lied...wennst a 10jähriges Mädchen fragst, sagt sie dir dass damit nix gwinnst!

futsal67
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Vielleicht wäre es besser

in Zukunft auf diese Geldverschwendung, der ORF muss ja angeblich sparen, zu verzichten! Außerdem halten sich die Erfolge in mehr als überschaubarem Rahmen.