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Magyar NemzetViktor Orbans Leibblatt nimmt Namen von Traditionszeitung an

Seit Mittwoch erscheint die Zeitung "Magyar Idök" unter dem Namen "Magyar Nemzet".

HUNGARY-POLITICS-GOVERNMENT
© APA/AFP/ATTILA KISBENEDEK
 

Die Budapester Tageszeitung "Magyar Idök", die als Sprachrohr der rechtsgerichteten Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban gilt, hat sich umbenannt. Seit Mittwoch erscheint die Zeitung unter dem Namen "Magyar Nemzet". Im rechts-autoritären ungarischen Staat der Zwischenkriegszeit war "Magyar Nemzet" 1938 als Stimme des gemäßigten Konservativismus gegründet worden.

Im Kommunismus war das Blatt wie jedes andere der Zensur unterworfen. Trotzdem konnten dort auch Beiträge erscheinen, die nicht unbedingt auf der Linie der Kommunistischen Partei lagen, insofern sie diese nicht offen infrage stellten.

Nach der demokratischen Wende 1989/90 wurde die Zeitung privatisiert. Unter der ersten Orban-Regierung (1998-2002) kam sie unter die Kontrolle der Regierungspartei Fidesz. Sie wurde in das Medien-Imperium des damaligen Orban-Freundes und Oligarchen Lajos Simicska eingegliedert. Am 6. Februar 2015 brach Simicska mit seinem Ex-Schul- und Studienfreund Orban. In Interviews beschimpfte er den Regierungschef als "Scheißkerl" (ungarisch: "geci" - eigentlich: Ejakulat). Das Datum gilt in Ungarn seitdem als "G-Tag".

Nach dem Eklat 2015 erlebte "Magyar Nemzet" eine Blüte als bürgerlich-konservative und zugleich regierungskritische Zeitung. Doch nach dem erneuten Triumph Orbans bei den Parlamentswahlen im April 2018 stellte Simicska das Blatt ein. Die "Wiederauferstehung" der "Magyar Nemzet" als Regierungssprachrohr ausgerechnet am "G-Tag" ist von Orban offenbar als Teil jener "Genugtuung" an seinen Gegnern gemeint, die er im Wahlkampf 2018 angekündigt hatte.

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