Eine wahre Geschichte, die im Fernsehen noch nicht erzählt wurde, wo viel geliebt, gelitten, intrigiert, gekämpft und getötet wird – und mit der man auch im Look den großen US-Streamingportalen Paroli bieten kann: Das ist die Absicht der zehnteiligen europäischen Serie „Hunyadi – Aufstieg zur Macht“, die mit einem Budget von 56 Millionen Euro zu den teuersten TV-Produktionen zählt, die in Europa je auf die Beine gestellt wurden. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann konnte dabei gut verhandeln: Eine Episode dieses historischen Stoffs kostet ihn nicht mehr als etwa eine „Biester“-Folge, beläuft sich doch die Beteiligung des ORF auf rund 2,5 Millionen Euro.

Mit mehr als 600 Schauspielerinnen und Schauspielern (darunter die Österreicher Murathan Muslu, Laurence Rupp und Cornelius Obonya) bzw. Stuntleuten und rund 100 Pferden wurde an 174 Drehtagen zwischen Juli 2022 und August 2023 in der Nähe von Budapest das abenteuerliche Leben des Feldherren János Hunyadi im mittelalterlichen Europa des 15. Jahrhunderts inszeniert. Der die Geschichte Europas mitgeprägt hat. Besiegte er doch mit unermüdlicher Entschlossenheit 1456 die viel größere osmanische Armee und konnte damit deren Vorstoß stoppen, den Vatikan zu erobern und in Westeuropa einzufallen.

Hunyadi  - Der Reiz des Mittelalters - Das Mittelalter zählt zu den beliebtesten und zugleich umstrittensten Zeitaltern der Weltgeschichte. Intrigen, Verrat, Leidenschaft und die grausamen Kämpfe um die Macht prägen diese legendäre Epoche. Der mächtige, ungarische Feldherr János Hunyadi hat zu jener Zeit den Lauf der europäischen Geschichte entscheidend geprägt. - Im Bild: Regisseur Robert Dornhelm inszeniert die historische Serie Hunyadi – Aufstieg zur Macht.

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Regisseur Robert Dornhelm inszenierte vier Folgen des Zehnteilers "Hunyadi" © ORF

Robert Dornhelm, einer der drei Regisseure des Zehnteilers, hat seine Kindheit ganz in der Nähe des Hunyadi-Schlosses verbracht und ist gewohnt, ein mehrsprachiges Ensemble zu „dirigieren“: Jeder Darsteller drehte in seiner Muttersprache. Dem 77-Jährigen (u. a. „Krieg und Frieden“, „Maria Theresia“, „Vienna Blood“) war es wichtig, dass „die Osmanen nicht als die Bösen und die anderen als die Helden“ abgebildet werden. „Die beiden Seiten werden sehr ausgewogen dargestellt. Es sind die grauslichen Seiten der Ungarn und Serben genauso zu sehen wie die der Türken. Krieg ist nie schön“, sagt Dornhelm.

„Schwarz-Weiß-Malerei“ interessiere ihn genauso wenig wie ein Geschichtsepos, das politischen Machthabern gefallen will. „Es gab null Einmischung von politischer Seite“, erklärt er auf die Frage, ob der tapfere ungarische Nationalheld Janós Hunyadi der Orban-Regierung als Propaganda dienen könnte.

„Viele schöne Menschen, die man sehr gerne anschaut“, verspricht ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz dem Publikum. Wie Newcomer Gellért L. Kádár, der in der Titelrolle besetzt wurde. „Die Vorbereitungen bis zum ersten Drehtag haben rund ein Jahr gedauert“, erzählt der rumänische Schauspieler, der „Reiten, Kämpfen und den Umgang mit allen Arten von Waffen“ lernen musste.
Die Serie startet mit einer Szene aus Hunyadis Kindheit, wo seine Wut auf die Osmanen entfacht wurde, und zeigt ihn dann als jungen Mann am Hof von George Branković, dem serbischen Despoten und Vasallen des ungarischen Königs. Dessen Aufgabe ist es, die Grenzen Ungarns gegen die Bedrohung durch die Osmanen zu verteidigen. Politische Machtspiele europäischer Herrscherdynastien erschweren das Unterfangen.

Hunyadi - Aufstieg zur Macht - Folge 2 - Hunyadi kommt an den Hof des ungarischen Königs Sigismund. Auf der Burg Buda will er ihn überzeugen, Truppen gegen Sultan Murad aufzustellen. Dabei kommt es zum Wiedersehen mit Erzsébet, die ihm einen Handel vorschlägt: Wenn er sie im Schwertkampf unterrichtet, will sie ihn in die Geheimnisse des höfischen Lebens einführen. Sigismunds Tochter Elisabeth soll mit Albrecht von Habsburg verheiratet werden. Schließlich begleitet Hunyadi den König auf der Reise nach Wien und Mailand, wo sich dieser durch Allianzen die Chancen auf die Kaiserkrone verbessern will. - Im Bild: Nach ihrer Hochzeit mit Hunyadi muss Erzsébet (Vivien Rujder) allein auf der Burg Hunyadi zurückbleiben. Foto: ORF/Beta Film/MR Film/The Orbital Strangers Project. Veröffentlichung honorarfrei nur für redaktionelle Berichterstattung in Sendungszusammenhang und mit Copyrightangabe. Kontakt: foto@orf.at
Erzsébet, eine junge mutige Adelige (Vivien Rujder), ehelicht János Hunyadi © ORF/Beta

Als Grundlage für die Serie dienten die historischen Romane von Mór Bán, die seit der Veröffentlichung des ersten Bandes vor mehr als zehn Jahren in Ungarn auf den Bestseller-Listen vertreten sind. Dort erzielte die im März erfolgte TV-Ausstrahlung auch ein Quotenrekord mit knapp einer Million Zuschauern. Unter dem Titel „Rise of the Raven“ soll die Produktion über einen „spannenden Teil unbekannter europäischer Geschichte“, so der Slogan, weltweit verkauft werden

Die lineare ORF-Premiere erfolgt am Ostermontag mit einer Doppelfolge um 20.15 Uhr, auf ORF On ist bereits die gesamte Serie abrufbar – tagsüber aber wegen des Jugendschutzes durch die Sex- und Schlachtszenen gesperrt.

Hunyadi - Aufstieg zur Macht - Folge 2 - Hunyadi kommt an den Hof des ungarischen Königs Sigismund. Auf der Burg Buda will er ihn überzeugen, Truppen gegen Sultan Murad aufzustellen. Dabei kommt es zum Wiedersehen mit Erzsébet, die ihm einen Handel vorschlägt: Wenn er sie im Schwertkampf unterrichtet, will sie ihn in die Geheimnisse des höfischen Lebens einführen. Sigismunds Tochter Elisabeth soll mit Albrecht von Habsburg verheiratet werden. Schließlich begleitet Hunyadi den König auf der Reise nach Wien und Mailand, wo sich dieser durch Allianzen die Chancen auf die Kaiserkrone verbessern will. - Im Bild: Murathan Muslu (Murad). Foto: ORF/Beta Film/MR Film/The Orbital Strangers Project/Csaba Aknay. Veröffentlichung honorarfrei nur für redaktionelle Berichterstattung in Sendungszusammenhang und mit Copyrightangabe. Kontakt: foto@orf.at
Murathan Muslu als Sultan Murad in „Hunyadi – Aufstieg zur Macht“ © ORF/Beta

ORF 1 zeigt „Hunyadi“ ab 21. April jeweils in Doppelfolgen ab 20.15 Uhr – auf ORF On ist die gesamte Serie schon zu sehen. Die ersten Episoden werden am 21. April von der neuen ORF-Dokumentation „Hunyadi – Der Reiz des Mittelalters“ begleitet.

Hunyadi - Aufstieg zur Macht - Folge 10 - Die Belagerung von Belgrad dauert bereits seit Wochen an. Als Hunyadi ankommt, will er das Bombardement der türkischen Schiffe beenden. Capestrano, der mit 20.000 Bauern an der Save lagert, will er aber zum Abzug bewegen, um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden. Der Sturm auf die Burg spitzt sich jedoch zu. Eine alles entscheidende Schlacht gegen die Truppen von Sultan Mehmed nimmt seinen Lauf. - Im Bild: Die Ungarn und Serben überrennen das osmanische Lager. Foto: ORF/Beta Film/MR Film/Leo Pintér. Veröffentlichung honorarfrei nur für redaktionelle Berichterstattung in Sendungszusammenhang und mit Copyrightangabe. Kontakt: foto@orf.at
Große Schlachtszenen: die Ungarn und Serben greifen das osmanische Lager an © ORF/Leo Pintér