Mag auch der Christbaum schief, die Weihnachtsgans verbrannt und das wichtigste Geschenk vom Paketdienst nicht mehr rechtzeitig geliefert worden sein, auf eines ist immer Verlass: "Das Traumschiff" legt im TV-Hafen an, dafür verschiebt der ORF sogar den "Tatort" auf 22 Uhr. Denn allen veränderten Sehgewohnheiten zum Trotz erweist sich die 1981 gestartete Fernsehreihe als unsinkbar, obwohl sie seither wenig bis gar nicht modernisiert wurde und die Drehbücher nur dadurch verblüffen, dass sie so vorhersehbar sind. Diese Zuverlässigkeit schätzt das Stammpublikum, spätestens zum Kapitänsdinner sind alle Probleme gelöst, alle Gefühlskrimis in ein Happy End geschippert. Und die Herzensmelodie kommt immer noch von James Last.

So konnte das ZDF mit der letzten Episode "Lappland" im November mehr als sechs Millionen Zuschauer anlocken (über ORF 2 waren im Schnitt 650.000 Seher dabei), nun geht es zu den Malediven – und ja: Die Bilder erzeugen Sehnsucht, es dauert allerdings fast eine halbe Stunde bis Coco Island erreicht ist. Mehr Außenaufnahmen, weniger Worte wünscht man sich mitunter.
Inhaltlich ändert sich der Kurs nie – auf die Seichtchellen, wie es ein TV-Kritiker zum 40-Jahre-Jubiläum des "Traumschiffs" herrlich formulierte.
"Das Traumschiff: Coco Island", Stefanitag, ORF 2 & ZDF, 20.15 Uhr.

Das Traumschiff
Auf Coco Island: Max Parger (Florian Silbereisen) bleiben die Differenzen seiner Freunde Oliver (Wayne Carpendale, r.) und Phillip Brand (Luke Mockridge, M.) nicht verborgen
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