„Wir sind nur Polizisten, wir räumen den Dreck weg. Wir sind selten die Retter“, hat Kommissariatsleiter Schnabel (Martin Brambach) gegen Ende resigniert zu seiner tief erschütterten Mitarbeiterin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) gesagt. Denn der neue Fall aus Dresden wurde für die Kommissarin sehr schnell sehr persönlich: Eine Freundin wachte ohne jede Erinnerung neben der Leiche ihres Partners auf, er liegt erstochen im Bett, sie ist blutüberströmt und völlig verwirrt. Die Ermittler vermuten eine Beziehungstat. Nur Leonie Winkler ist sicher: Sarah (beeindruckend: Deniz Orta) hat das nicht getan.

„Was ihr nicht seht“ erzählte mit hoher Intensität von einem Sexualstraftäter, der sich als Phantom ins Leben von Frauen schleicht und nach dem Übergriff oft nur schattenhafte Erinnerungen zurücklässt. Das macht die Verbrechen besonders perfide. Auch Sarah zweifelt an ihrem Verstand, denn „ich war ja nicht dabei. Mein Körper vielleicht, aber ich nicht.“ Was das auslöst, zeigte dieser „Tatort“ in eindringlichen Bilder von den Gesichtern der Opfer: In ihnen spiegelte sich die verzweifelte Hilflosigkeit angesichts eines unfassbaren Grauens.