Das Buch zählt zu den Klassikern der Weltliteratur und der Stoff wurde vielfach bearbeitet: Mit „Alice im Wunderland“ hat Lewis Carroll im Jahr 1865 ein Werk geschaffen, das viele Generationen beeinfluss hat. Gleichzeitig ist der Stoff „wahnsinnig schwierig. Der einzige rote Faden ist Alice selber“, sagt Sophie Springer: „Ich fand es eigentlich unverständlich, denn die einzelnen Charaktere bauen keine Beziehungen untereinander auf.“ Dann hat sie den Disney-Film mit Kindern angeschaut und „für diese war alles vollkommen logisch und nachvollziehbar. Das Schlüsselwort ist Fantasie. Und wenn man erwachsen wird, dann haben Fantasie und Kreativität leider immer weniger Platz.“

Also hat Sophie Springer beschossen, dass Stück aus der Perspektive von Kinderaugen heraus auf die Bühne zu bringen: Am Samstag feiert ihre Inszenierung Premiere am Stadttheater Klagenfurt. Und nicht nur der Stoff war schwierig, auch die Probenbedingungen – wenn acht Darsteller insgesamt 36 Rollen spielen, dann reißen krankheitsbedingte Ausfälle große Löcher in eine Produktion. Gleichzeitig ist die Klagenfurterin „begeistert“ vom Ensemble, das sich aus Schauspielern, Musicaldarstellern und Opernsängern zusammensetzt: „Es war interessant zu sehen, wie die Genres voneinander gelernt haben“, erzählt die 40-Jährige.

Seit zwölf Jahren ist die studierte Kulturwissenschaftlerin Regieassistentin am Haus, vor zwei Jahren hat ihr Intendant Aron Stiehl die Inszenierung von Wolfgang Rihms Oper „Jakob Lenz“ anvertraut. Und wie bei dieser von der Kritik gelobten Produktion sind auch diesmal wieder Thomas Stingl (Bühne) und Bettina Breitenecker (Kostüme) – beide sind Ausstattungsleiter am Haus – an ihrer Seite: „Die Ausstattung ist fantastisch, witzig und bunt“, sagt Springer

In diesem Wunderland bekommt Alice übrigens mit der Grinsekatze eine ständige Begleiterin: „Sie stupst Alice an, Entscheidungen zu treffen und ermutigt sie, ihre Fantasie auszuleben.“ Schließlich gehe es in dem Stück darum, zu zeigen, dass „Träume wichtig sind, dass man an seine Talente glauben soll und, wenn zum Beispiel die Herzkönigin auftritt, dass man sich auch nicht einschüchtern lassen darf“. Die Hauptaussage des Stückes ist aber, so Springer: „Alle sind verrückt, keiner ist normal. Und das ist gut so, denn jeder Einzelne ist einzigartig.“