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WienVorbereitungen für Neujahrskonzert laufen auf Hochtouren

Es sind noch gute vier Monate bis zum nächsten Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, aber die Vorbereitungen dafür laufen schon auf Hochtouren. Momentan werden in Wien mit dem Staatsopernballett die Tanzszenen gedreht, die zum Jahreswechsel in der ORF-Fernsehübertragung zu sehen sind. Am Set der Filmarbeiten steht diesmal alles im Zeichen von Beethovens 250. Geburtstag.

© APA (ORF)
 

Beim Pfarrplatz in Nussdorf hat einmal Beethoven gewohnt. Jetzt ist dort ein Heuriger und davor auf dem Parkplatz ein Kran mit Kamera. Die filmt ein tanzendes Paar in 50er-Jahre-Kleidung, das zu heiterer Beethoven-Musik über das Kopfsteinpflaster schwebt. Knapp ein Dutzend Mal muss es die Bewegungen wiederholen bis die Szene im Kasten ist, denn entweder fliegt der Regenschirm falsch weg oder ein Arm ist nicht im Bild. Da ist Regisseur Michael Beyer genau, für das 80. Neujahrskonzert soll schließlich jedes Detail stimmen.

"Bei einer Filmproduktion muss man sehr auf die Kleinigkeiten achten. Vom Hut bis zum fliegenden Schirm. Aber es ist natürlich auch angenehm, weil man die Tanzszenen wiederholen kann", so Beyer, der sich schon bei früheren Neujahrskonzerten als Regisseur bewährt hat. Es sei weniger Fernsehen und mehr Film, was hier passiere. Bei einer Bühnenübertragung gebe es keine Close-ups, weniger Details, aber hier "werden Wände neu angemalt und Straßenschilder ausgerissen. Das tut irgendwie gut."

Zusammen mit dem spanischen Choreografen José Carlos Martinez hat der Regisseur eine Geschichte rund um das Beethoven-Jubiläum gebaut. Tänzer des Wiener Staatsopernballetts bewegen sich zu Stücken aus Beethovens "Zwölf Contretänze", die zu Neujahr von Andris Nelsons im Wiener Musikverein dirigiert werden. Die Musik sei keine typische Ballettmusik und deswegen nicht so einfach. Denn normalerweise gebe es ein ganzes Musikstück, heuer gleich eine Auswahl aus zwölf. "Es sind eher kleine Happen als ein großes Gericht", sagt Beyer im APA-Gespräch.

Besonders sei auch die Location-Suche. Beim Film gebe es sonst eine Geschichte im Vorhinein, an der sich die Drehort-Wahl orientiere. Hier sei es umgekehrt, die traditionelle Erzählung über Liebe und Sehnsucht passe sich unter anderem dem Wohnhaus von Beethoven an. "Die Choreographie ist wie eine Antwort auf die Location", meint Martinez, der sein Debüt als Neujahrskonzert-Choreograf feiert. "Mit den Tänzern funktioniert das toll. Obwohl es für sie ungewohnt ist, draußen auf Pflastersteinen zu tanzen oder zehn Mal die gleiche Stelle zu wiederholen. Für sie ist es nicht leicht."

Dass es schwierig ist, kann einer, der schon fast ein alter Hase als Tänzer beim Konzert ist, nicht bestätigen. Jakob Feyferlik ist mit seinen jungen 22 Jahren bereits zum fünften Mal dabei und findet die Arbeit mit dem Choreografen "sehr angenehm, weil José genau weiß, was er will. Wir setzen seine Anweisungen um, dann gibt er uns Korrekturen. Es ist überhaupt nicht umständlich mit ihm." Nervös sei der Solotänzer der Staatsoper nicht: "Ich bin vor der Kamera weniger aufgeregt als auf der Bühne, weil ich alles wiederholen kann. Aber natürlich macht es Druck zu wissen, dass so viele Leute auf der Welt das Konzert mitverfolgen, das ist etwas unglaublich Besonderes."

Damit die Produktion glatt über die Bühne geht, betont Beyer das Teamwork. Alles müsse besprochen werden, sogar die Punkte auf dem 50er-Jahre-Kleid, dessen Stoff extra in London bedruckt wurde. "Es macht großen Spaß, mit all diesen Leuten, weil wir einander zuhören. Wir verändern Shots, José muss Bewegungen weglassen. Das ist aber kein Kompromiss, den man eingehen muss, sondern eine gemeinsame Entwicklung." Und Martinez ergänzt: "Wir machen das Ganze für das Neujahrskonzert, das macht einfach nervös. Das beste Beruhigungsmittel ist die Zusammenarbeit."

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