DUNGEONS & DRAGONS
Bewertung: ***

Das populäre Rollenspiel kehrt ins Kino zurück. Statt einer Fortsetzung zur Trilogie, die 2000 mit Jeremy Irons startete und 2012 als limitierte Direct-to-DVD endete, gibt es ein Reboot. Chris Pine spielt Edgin Darvis, der einst bei einem Diebstahl mit seiner Verbündeten Holga Kilgore (Michelle Rodriguez) über den Tisch gezogen wurde und seine Freiheit und Tochter an Forge Fitzwilliam (Hugh Grant) verlor. Mittels Überfall auf dessen Anwesen will er dies rächen. Doch nicht nur Forge ist ein Problem. Der Film entpuppt sich als unterhaltsam genug, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten, auch wenn viele Dialoge für bewanderte Fans zugeschnitten sind. Ein kurzweiliges Vergnügen mit einem gut aufgelegten Cast. (sg)

MANTA, MANTA – ZWOTER TEIL
Bewertung: *

"Manta Manta" war keine Glanzstunde des deutschen Films. Der Kultstatus lässt sich rechtfertigen, brachte die Actionkomödie doch nach dem Mauerfall das Gefühl von Freiheit zurück ins Kino – pathostriefend untermalt von den Scorpions. Eben da wird angesetzt, samt Retro-Karren. Blöd nur, dass der Esprit des Originals, wie der Opel Manta, ein Produkt seiner Zeit war. Zum einen will man sich rückbesinnen auf Macho-Archetypen, zum anderen übergibt man den Staffelstab an eine junge Generation. Vom Charme ist nichts übrig geblieben, der wurde gegen plumpen Fäkalhumor eingetauscht. Til Schweiger, nun auch Regisseur, wollte sich dem "woken" Zeitgeist widersetzen. Hätte er doch einfach einen guten Film gemacht. (pog)

ANNE-SOPHIE MUTTER – VIVACE
Bewertung: ***

"Du legst sie auf die Schulter, und sie wird ein Teil von dir", sagt Anne-Sophie Mutter über ihre Geige. Sigrid Faltin setzt der berühmten Violinistin zum 60. Geburtstag ein filmisches Denkmal. Mit Interviews von Daniel Barenboim oder John Williams, ehrlichen Erkenntnissen, Archivaufnahmen, Lobhudeleien und vielen Anekdoten. Sympathischer Dokumentarfilm über eine Weltmusikerin und Frau. (js)

MAIGRET
Bewertung: ***

Er gilt als einer der großen Krimihelden der Literaturgeschichte: Jules Maigret ermittelt wieder im Kino. Der alternde Meisterdetektiv der Romanreihe von Georges Simenoon, verkörpert von Gérard Depardieu, soll den Mörder einer jungen Pariserin ausfindig machen. Zurückhaltend legt Depardieu den Pfeife rauchenden Kommissar an. Die staubtrockene Inszenierung mag das Tempo der Geschichte momentweise zu Halt bringen, die clever strukturierte Erzählung bleibt jedoch spannend bis zur finalen Auflösung. Kein neuer Meilenstein des Genres, dafür aber grundsolide Krimikunst. (pog)

SISI & ICH
Bewertung: ****

Regisseurin Frauke Finsterwalder weigert sich, aus Sisi das süße Mädel der Marischka-Filme zu machen. Aber ebenso wenig stilisiert sie die Kaiserin in ihrer Interpretation "Sisi & ich" mit Susanne Wolff und ihrer Hofdame Irma (Sandra Hüller) zur feministischen Ikone, wie sonst beliebt. Diese Entscheidung tut der überstrapazierten Figur gut und befreit sie vom Image einer leeren Projektionsfläche. Eine ausführliche Kritik lesen Sie hier.

FEMINISM WTF
Bewertung:****

Katharina Mückstein ist mit "Feminism WTF" ein Wurf gelungen – eine lehrreiche, verbindende, international versierte und visuell poppige Doku über Feminismus. Warum ist das für viele immer noch Schimpfwort? Politikwissenschaftlerin Nikita Dhawan antwortet als eine von elf Expertinnen und Experten: "Dem Feminismus wird immer wieder vorgeworfen, die gesellschaftliche Ordnung in die Krise zu bringen – und das stimmt auch so! Das wollen wir auch!" Geschlechterverhältnisse, so die Meinung, hätten etwas mit Geborgenheit zu tun. "Geschlecht ist der letzte Ort der Versicherung in einer sehr unsicheren Welt", betont auch die Biologin Sigrid Schmitz. Umgesetzt ist die Nachhilfe über Sichtbarkeit, Unsichtbarmachung, Care-Arbeit, Kapital, sexualisierte Gewalt etc. prägnant und pastellfarben: So divers wie die Blickwinkel auf die brennenden Fragen unseres Zusammenlebens ist auch das hinreißende farbliche Setting. In den Performances mit Utensilien wie Hämmern, Feuerlöschern, Baseballschlägern und Tanzszenen zur Musik von Tony Renaissance wird die Körperlichkeit gefeiert – auch, um dem dumpfen Argument entgegenzuwirken, Feminismus sei lustfeindlich. Katharina Mückstein serviert niederschwellig, kämpferisch und kompetent Antworten auf komplizierte Fragen. (js)