Am Anfang war, könnte man behaupten, ein Tritt unter dem Tisch: 2012 wurde Marion Mitterhammer mit dem Josef-Krainer-Preis ausgezeichnet. Der Sitznachbar ihres Mannes Hans-Günther Bücking war ein gewisser Eduard Hamedl. Und dank dessen Verhandlungsgeschick ging die Geiselnahme am 14. November 1996 in der Justizanstalt Graz-Karlau glimpflich aus. Drei Schwerverbrecher überwältigten an diesem Vormittag drei Mitarbeiterinnen des Gefängnis-Shops. „Der Edi hat das so enthusiastisch erzählt, dass mich mein Mann dauernd unter dem Tisch getreten und gesagt hat: Hör zu! Das könnte interessant werden!“
Zehn Jahre später ist es so weit: Das beklemmende Gefängnis-Kammerspiel „Taktik“ ist im Kino zu sehen. Der Film basiert auf dem Gedächtnisprotokoll von Hamedl und seiner angewandten „Columbo“-Technik, bei der er den einfachen Polizisten und nicht den Chefverhandler gab. Diese Methode sollte später Polizeigeschichte schreiben. „Taktik“ skizziere aber „nicht diesen speziellen Fall. Wir erzählen unsere eigene Geschichte“, sagt die Mimin. Eine über Demütigung und toxische Männlichkeit.