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100 Jahre Salzburger Festspiele Andrang auf freien Kartenverkauf

Die Salzburger Festspiele haben am Montag (13. Juli) den Verkauf von 25.000 Karten am freien Markt gestartet. Der Andrang ist groß. "Innerhalb von 24 Stunden wurden über 5.000 Karten online oder in den beiden Kartenbüros im Schüttkasten und in der Hofstallgasse verkauft. Das freut uns sehr", erklärte der Kaufmännische Direktor der Festspiele, Lukas Crepaz, am Dienstag.

© APA
 

Die Festspiele gehen heuer Corona-bedingt in verkürzter Form von 1. bis 30. August über die Bühne. Das ursprüngliche Programm wurde auf 110 Aufführungen reduziert. Es konnten nur rund 76.000 Karten angeboten werden. Von den ursprünglich 230.000 aufgelegten Karten wurden bereits 180.000 vor dem Corona-Lockdown verkauft. Diese Tickets mussten rückabgewickelt und die 76.000 neu aufgelegten Karten neu zugeordnet werden. In Summe wurden 15 Millionen Euro rücküberwiesen, sagte Crepaz.

Diese Rückabwicklung sei sehr rasch gegangen und eine nahezu "überirdische Leistung" der Mitarbeiter des Kartenbüros gewesen, sagte der Kaufmännische Direktor. Zum Vergleich für diesen Arbeitsaufwand verwies er auf Berichte von Flugreisenden, die monatelang auf die Kostenrückerstattung von bezahlten, aber wegen der Corona-Pandemie gestrichenen Tickets warten würden.

Dass einige Kunden der Salzburger Festspiele ihren Unmut über das nunmehrige Kartenabwicklungssystem äußerten, "damit haben wir gerechnet", sagte Crepaz. Die Festspiele hätten aber auch positives Feedback erhalten. "Viele sagen auch, 'das ist eine Meisterleistung'." Es gebe keine andere Kulturinstitution auf der Welt, die in so kurzer Zeit vollautomatisch neue Karten auflegen konnte.

Von den 76.000 Karten ging gestern ein Drittel in den freien Verkauf. Für die restlichen zwei Drittel hatten Förderer und Freunde der Salzburger Festspiele sowie all jene ein Vorkaufsrecht, die bereits Tickets für das ursprüngliche, diesjährige Jubiläumsprogramm gekauft hatten, deren Karten aber ihre Gültigkeit verloren haben. Die neuen Karten wurden nach einem Algorithmus vergeben. Nicht alle Kundenwünsche konnten trotz großer Bemühungen berücksichtigt werden.

Das reduzierte Programm stößt jedenfalls auf großes Interesse. "Es freut uns sehr, dass die Nachfrage so ungebrochen ist. Der Verkauf von 5.000 Karten innerhalb von 24 Stunden lässt uns hoffen", resümierte Crepaz. Positiv ist für den Kaufmännischen Direktor auch die Tatsache, dass es derzeit für alle Produktionen noch Restkarten gibt. Für den "Jedermann", der in den Jahren zuvor um diese Zeit normalerweise schon ausverkauft war, und auch für die Oper gibt es noch Karten, allerdings nur mehr wenige. "Das ist sehr erfreulich. Jetzt gibt es die einmalige Chance, noch kurzfristig Karten für diese Produktionen zu bekommen."

Allzu lange warten sollte man nicht. Falls das Interesse für Karten weiterhin so groß ist, könnte das Festival in wenigen Tagen ausverkauft sein. Die ursprünglich geplanten 14 Vorstellungen des "Jedermann" finden auch heuer statt, allerdings nicht wie bisher im Juli und August, sondern wegen des verkürzten Festivals nur im August. Das sei auch ein Grund dafür, dass es noch Restkarten gibt, so Crepaz. Nicht alle Kunden, die Karten vor dem Lockdown gekauft haben, können die August-Termine in Anspruch nehmen, auch wegen der Reisebeschränkungen.

Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen behördlichen Auflagen haben die Salzburger Festspiele ein umfangreiches Präventionskonzept erstellt. Alle Karten sind personalisiert. Der Name des Käufers ist auf der Karte vermerkt. Damit wird ein Contact Tracing im Falle einer Coronavirus-Infektion ermöglicht. Beim Einlass muss sich der Besucher mit einem Lichtbild ausweisen.

Um dennoch eine Weitergabe der Karte zu ermöglichen, können die Tickets umpersonalisiert werden - bei einem Corona-bedingten Limit von zwei Karten pro Vorstellung. Im Kartenbüro kostet das 15 Euro. Das hat bereits für negative Kundenresonanz gesorgt. Derzeit werde an einer Lösung für eine kostenlose Online-Umpersonalisierung gearbeitet. So lange diese Möglichkeit nicht besteht, wird die Gebühr nicht eingehoben, betonte Crepaz.

Erleichtert zeigte sich der Kaufmännische Direktor auch darüber, dass es bisher bei einem einzigen Corona-Fall bei den Festspielen geblieben ist. In der Vorwoche war eine temporäre Mitarbeiterin an dem Virus erkrankt. Sie zeigte nur leichte Symptome wie Halskratzen. Alle Mitarbeiter, die zu den Kontaktpersonen der Kategorie I zählten, sowie vier weitere Personen, die nicht dieser Gruppe angehörten, sich aber ebenfalls testen ließen, sind negativ auf Covid-19 getestet worden.

Die Salzburger Festspiele haben in ihrem Präventionskonzept auch regelmäßige Testungen als ergänzende Maßnahmen vorgesehen. Alle Künstler und temporären Mitarbeiter, die jetzt ihre Arbeit im Festspielhaus aufgenommen haben, mussten eine Initialtestung vornehmen lassen, wurde in einer Aussendung am Dienstag erklärt. Ab jetzt laufen Routinetestungen bei den Mitarbeitern der roten Gruppe - das sind jene Künstlerinnen und Künstler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Mindestabstand und die Maskenpflicht bei ihrer Arbeit nicht einhalten können.

Bereits getestet wurden daher alle Teams, welche die Proben aufgenommen haben. "Glücklicherweise waren alle Testergebnisse bisher negativ. Die strengen Sicherheitsmaßnahmen der Salzburger Festspiele inklusive Testungen stoßen bei den Künstlerinnen und Künstlern auf großes Verständnis, weil sie ein Mittel sind, um die Abhaltung der Festspiele sicher zu machen."

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