Wohl niemand verließ bei der offiziellen Eröffnung des 31. Tanz- und Performancefestivals der Bühnenwerkstatt Graz den Lesliehof unberührt. Tränen und Standing Ovations für die sechs vor dem Krieg in der Ukraine geflohenen Tänzerinnen, die mit Leib und Seele, mit vollem Körpereinsatz und bewegender Mimik ihre grauenhaften Erlebnisse, Ängste und Hoffnungen zum Ausdruck bringen.

Hochachtung für den genialen Komponisten, ergreifenden Sänger und gewaltigen, aus Südfrankreich stammenden, in Litauen lebenden Stepper Phil Von und seinen ins Mark gehenden Postelectro-Flamencostil. Weiße Tauben für Intendantin Ursula Gigler-Gausterer, die spontan die Idee zu dieser Produktion hatte. Und last but not least ein Bravo dem russischen Ausnahmetalent Evgeny Kozlov für die exzellente Choreografie über den rauen Krieg „RawwaR“.

Von Kreidekreisen mit bald zerplatzenden weißen Ballons, Bombenalarm, Explosionen und eingespielten Bildern der Feuersbrunst, Umherwirbeln, Zuckungen am Boden und übereinandergestapelten Leibern bis hin zum sehnsüchtigen Vogelgezwitscher geht der Totentanz unter die Haut.