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Philippe JordanPremiere für den "Neuen" an der Wiener Staatsoper

Puccinis „Madama Butterfly“ am 7. Septemter ist die erste Premiere für Dirigent Philippe Jordan als neuen Musikdirektor der Wiener Staatsoper. Davor sprach er über die Oper und seinen Respekt vor dem Amt.

Der in Zürich geborene Dirigent Philippe Jordan ist der neue Mann am Pult des Staatsopernorchesters ©  Michael Poehn/Staatsoper
 

Passend zum Beginn seiner Amtszeit hat Musikdirektor Philippe Jordan sein Buch „ Der Klang der Stille“ herausgebracht. Vor der morgigen Premiere erzählte der in Zürich geborene Dirigent, der in den letzten 20 Jahren als Chef an der Grazer Oper (2001–2004), an der Pariser Oper (2009–2020) und bei den Wiener Symphonikern (2014–2020) reüssierte. Schon sein Vater Armin ist ein bedeutender Dirigent gewesen, seine Mutter Käthe Herkner Balletttänzerin. So hat er die Liebe zur Oper von klein auf mitbekommen. „Ich liebte die Oper sogar noch vor der Symphonik und bin eine Zeit lang eher ins Theater als in ein Konzert gegangen. Meiner Überzeugung nach ist die Oper die größte Kunstform, wenn alle Faktoren einer Produktion miteinander harmonieren.“ Eigentlich stamme dieser Satz von Regisseur Michael Haneke, so Jordan: „Oper ist eine lebendige Form der Kunst, die man immer wieder neu befragen und gestalten kann. Auch die Regie spielt da eine wichtige Rolle, denn es ist ja Musik-Theater.“

Wieso sich dennoch die Überzeugung halte, dass Oper etwas für Spezialisten sei? Jordan: „Viele meiner Freunde, die Oper nicht schon seit der Kindheit kannten wie ich, waren begeistert, als sie erstmals in eine Vorstellung gingen.“ Man merke auch ohne Vorwissen, wenn alles stimme. „Nicht unbedingt, wenn es nicht stimmt, aber wenn alles passt, ist es ein großartiges Erlebnis.“


Sein Verhältnis zum ewig debattierten und umstrittenen Begriff „Regietheater“ ist offen. „Das ist natürlich ein großes Fass, das wir da öffnen. Musik ist die Basis, und die Qualität muss die höchste sein. Wir brauchen jedenfalls Sänger-Darsteller, denn Oper bleibt Theater.“ Für den Umgang mit Regisseuren gebe es „kein Geheimrezept für die Zusammenarbeit“, sagt Jordan. „Die Kennenlern-Gespräche sind immer gut und voller Optimismus, doch manchmal gibt es dann Enttäuschungen, aber das ist ja normal.“ Man merke eben erst während des Probens, wo die Probleme liegen, und dann käme es mitunter zu bösen Überraschungen. „Aber ich habe auch das Gegenteil erlebt“, so Jordan. „Zum Beispiel im Mozartjahr 2006 im Burgtheater, mit Mozarts ,Die Entführung aus dem Serail‘ mit Karin Beier. Wir waren gar nicht d’accord anfangs, doch entstand schlussendlich eine stimmige Arbeit, lebendiges Theater. Es geht ja nicht darum, dass es immer meinem Geschmack entspricht.“

Jordan hat sich erst nach vielen Gesprächen mit dem Neo-Staatsopernchef Bogdan Roscic entschieden, den Posten als Musikdirektor anzunehmen, auch weil die Staatsoper einen legendären Ruf als Intrigenstadl habe: „Die Ahnengalerie der Musikdirektoren machte schon Respekt, nicht nur die Namen, sondern auch die Art, wie sie ausgeschieden sind. Da musste ich schon überlegen.“
Sein Vorgänger als Musikdirektor, Franz Welser-Möst, schied ja während der Amtszeit von Dominique Meyer in Unfrieden, aber Roscic hat auch diesen schnell zurückgeholt: Am Dienstag dirigiert Welser-Möst Richard Strauss’ „Elektra“ als zweite Vorstellung der neuen Intendanten-Ära am Opernring.

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