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Premierenkritik aus der Grazer OperDon Giovanni und die Spaßgesellschaft

Der Rock&Kittel-Star im Heute: Die Grazer Oper zeigt nach elf Jahren wieder Mozarts Meisterstück. Der "Don Giovanni" ist sowohl musikalisch als auch inszenatorisch gut, aber nicht groß geraten.

Katerina Tretyakova (Donna Anna), Alexey Birkus (Don Giovanni), Neven Crnić (Leporello) © Photowerk/Werner Kmetitsch
 

Don Giovanni, Ihr Datenspeicher ist fast voll! So könnte es irgendwann heißen. Fotos, Filme, Upskirting-Schnappschüsse von 1800 Frauen, ja, die müssen erst einmal Platz haben auf dem Handy...! Donna Anna posiert in Korsage und Strapsen lasziv für die Kamera des Unbekannten in ihrem Zimmer. Schon in der ersten Szene betont Elisabeth Stöppler: Hier geht es nicht einfach um den ewigen Verführer, hier geht es um ewige Verführungen, ob durch Mann oder Frau. Die deutsche Regisseurin zeigt eine übermedialisierte, bis ins Letzte ausgeleuchtete Spaßgesellschaft, an der jeder und jede seine Begierden haben und nach freiem Willen teilen will, von der jeder und jede sich unbedingt etwas nehmen, mitnehmen möchte. Einer freilich alles: Don Giovanni. Als Adeliger aus Sevilla im 17. oder 18. Jahrhundert durfte er das noch. Aber heute? Ist er da immer noch ein Rock-, sprich Kittel-Star?

Kommentare (3)

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plolin
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2
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Ich war und bin

schon immer und ewig Opernfreund.
Aber langsam reicht es mir. Was wollen uns die Regisseure damit sagen? Wieso tun sie uns das an. Schrecklich. Da ist jeder Cent zu viel, den man für so einen Mist ausgibt. Schade.

MoritzderKater
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Mag sein, dass ich hoffnungslos altmodisch bin,....

...... aber wenn ich in die Oper gehe, dann möchte ich mich gerne ein wenig verzaubern lassen oder über Situationen staunen, auch wenn es einen negativen Anstrich hat.
Ich möchte aber nicht unbedingt mit der "Jetztzeit", sprich den Errungenschaften wie Motorrad, Kapuzenjacken, Jeans und Selfies konfrontiert werden, denn das bietet mir ja der "graue" Alltag ohnedies immer. Da bin ich mitten drin im derzeitigen und nicht immer erfreulichen Leben.

Gut, dass die Musik von Mozart ist und KEINER
die Gabe hat, daran etwas umzuändern, ohne Schiffbruch zu erleiden.

CIAO
1
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die Fotos der Aufführung reichen

um NICHT ins Opernhaus zu gehen zu dieser Aufführung. Zum Glück hab ich schöne Aufnahmen zuhause (CD und DVD) um den Giovanni zu geniesen.
Warum soll man unbedingt zum Psychiater (Regiesseur) gehen ?
Ach ja, und bezahlen soll man auch dafür.
Bin ein häufiger Operngeher