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BuchtippNicholas Shakespeare: Rundflug über eine brüchige Welt

Abenteuerroman, Polit-Thriller, düsteres Zeitpanorama, eine berührende Vater-Sohn-Geschichte – lässt sich all das in einen Roman verpacken? Durchaus, vor allem, wenn der Autor Nicholas Shakespeare heißt. Ihm glückte mit „Boomerang“ ein brisanter, großer Wurf.

Kühner Wurf mit dem "Boomerang": Nicholas Shakespeare © Hoffmann & Campe
 

Eigentlich hegt John Dyer recht bescheidene Wünsche an die Restzeit seines Daseins. Ein halbwegs überschaubares und geordnetes Leben möchte der Mittfünfziger führen, nach reichlich turbulenten Jahren. Rund drei Jahrzehnte lang war er als Brasilien-Korrespondent für eine britische Tageszeitung tätig, ehe er dem Journalismus den Rücken kehrte. Mit zurück in seine englische Heimat brachte er seinen mittlerweile elfjährigen Sohn und eine Unzahl an Erinnerungen und politischen Erlebnissen. Privat gesellt sich auch eine gescheiterte Ehe zum durchwachsenen Erfahrungsschatz hinzu.
Gemeinsam mit seinem Sohn Leonard lässt sich John Dyer erneut in Oxford nieder, als alleinerziehender Vater. Im englischen Nobelort wuchs er auf, er besuchte dort eine elitäre Schule, seinem kleinen Schützling will er eine ähnliche Ausbildung bieten. Aber es ist die falsche Zeit und der falsche Ort. Denn weder der Bub noch der Vater passen in die dort verkehrende Gesellschaft der Multimillionäre, schwerreichen Börsenspekulanten, Diplomaten, die zugleich als Agenten tätig sind; ergänzt durch Bonzen aus Ost und West, dubios und undurchschaubar.

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