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Gerhard Melzer25 Essays als literarische Tiefenbohrungen

Gerhard Melzers „Literaturgeschichten“, von 2016 bis 2020 exklusiv für die Kleine Zeitung verfasst, gibt es nun in einem Sammelband, zu dem Valerie Fritsch Polaroids beisteuerte. Lesen Sie hier auch den zuletzt bei uns erschienenen Essay über Klaus Hoffer.

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© Michael Tschida
 

Äpfel bei Peter Handke, Glasaugen bei Valerie Fritsch, Rosenduft bei Marlene Streeruwitz ...: Ausgehend von „vermeintlichen Nebensächlichkeiten“, lieferte Gerhard Melzer ab Mai 2016 exklusiv für die Kleine Zeitung tief bohrende „Literaturgeschichten“ – Essays voll überraschender Eigenheiten in den Œuvres von 25 heimischen Autorinnen und Autoren.

Die Texte mit Feinschliff auf unseren Doppelseiten, für einen Germanistikprofessor freilich nur „Miniaturen“, wie gerade auch Gastgeber Klaus Kastberger weiß, hat Melzer nun gesammelt im Wiener Verlag Sonderzahl herausgebracht und den Band bei einem „Heimspiel“ in doppeltem Sinn vorgestellt. Erstens war der Präsentationsort „sein“ Literaturhaus Graz, das er mitinitiiert und von 2003 bis 2015 geleitet hatte. Und zweitens geriet der Mittwochabend quasi zum „Familientreffen“ der Szene: Max Droschl, Dieter Bandhauer, Markus Jaroschka, Eva Schäffer, Klaus Hoffer, Kurt Bartsch, Gerhard Fuchs, Karla Kowalski, Karl Heinz Winkler, Heinz Rosmann, Wolfgang Lorenz, Irmi Horn, Andrea Zahlbruckner-Jaufer, Daniel Doujenis, Eberhard Schrempf, Heimo Steps, Herms Fritz, Patrick Schnabl, Annemarie und Hans Schullin ... die Schar war so groß wie bunt.

Auch das Podium war hochkarätig besetzt, mit einem Trio, das Melzer – übrigens vor zwei Wochen angeblich 70 geworden – selbstredend zu seinem „subjektiven, persönlichen Kanon“ der österreichischen Literatur zählt, den er im Buch vorlegt. Andreas Unterweger, Autor und Mitherausgeber der Zeitschrift manuskripte, fungierte als Moderator und unterstrich, dass man sich durch so hochqualitative Textinterpretationen wie jene Melzers „gelesen, gesehen, erkannt fühlt wie nie“ und diese „selbst Dichtung sind“.

Valerie Fritsch steuerte mit ihrer 40 Jahre alten Polaroidkamera rätselhafte erzählerische Fotos zu den 25 Essays bei. Für die ein künstlerisches Doppelleben führende Grazerin „kommt jedes Bild, das aus einem Text entsteht, als erfundene Essenz daher“.

Und Barbara Frischmuth, in deren literarischer Menagerie Melzer „Ein Narrenschiff voller Tiere“ entdeckte, las zum Beweis und als „Gegenleistung“ zwei Texte, in denen Pferde eine Rolle spielen – darunter das ganz frühe „Traben“, eine köstliche Fachsprachenlitanei von der Rennbahn.

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