AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Büchner-Preis 2019 Für Preisträger Lukas Bärfuss ist der Büchner-Preis ein "Engelskuss"

Es ist die wichtigste literarische Auszeichnung im deutschen Sprachraum: Der mit 50.000 Euro dotierte Georg-Büchner-Preis geht dieses Jahr an den Schweizer Lukas Bärfuss. Der zeigte sich überrascht.

Georg-Büchner-Preis für Autor Lukas Bärfuss
Georg-Büchner-Preis für Autor Lukas Bärfuss © APA/ANDREI PUNGOVSCHI
 

Der Schweizer Schriftsteller und Dramatiker Lukas Bärfuss (47) wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

Die Ehrung ist für Bärfuss überraschend gekommen. "Damit kann man doch nicht rechnen. Das ist der Engelskuss, der einen da trifft", sagte der 47-Jährige am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur nach der Entscheidung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. "Ich hab mich über jeden Preis gefreut und jeder Künstler und Schriftsteller braucht Anerkennung." Der Georg-Büchner-Preis stehe aber einfach für sich alleine. "In dieser Reihe zu stehen, ist absolut bewegend und berührt mich sehr."

"Mit Lukas Bärfuss zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einen herausragenden Erzähler und Dramatiker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur aus", heißt es in der Begründung der Jury. "Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existenzielle Grundsituationen des modernen Lebens." Es seien Qualitäten, die zugleich Bärfuss' Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleite.

Zu den bekanntesten Werken des vielfach ausgezeichneten Autors gehören die Romane "Hundert Tage" über den Völkermord in Ruanda und "Koala" über den Suizid seines Bruders sowie das Bühnenstück "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern". Die Akademie vergibt die Auszeichnung seit 1951 an Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben".

Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967) sowie zuletzt Jürgen Becker (2014), Rainald Goetz (2015), Marcel Beyer (2016), Jan Wagner (2017) und im vergangenen Jahr die Schriftstellerin Terezia Mora. Die bisher letzten Österreicher, die den Preis erhielten, waren Josef Winkler 2008 und Walter Kappacher 2009.

Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner ("Woyzeck"). Er wurde 1813 im Großherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich. Die Auszeichnung wird am 2. November während der Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt verliehen.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren