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250 Jahre BeethovenBeethoven und die politische Dimension der Musik

Mit der EU-Hymne wurde Beethoven zu einer Art Schutzheiligem der Union. Doch wie politisch kann Musik sein?

Beethoven-Figur, mit Kleidung aus Flaggen der EU-Laender, Beethovenjahr, Mottowagen, Rosenmontagszug 2020, Duesseldorf, No
Beethoven, der Europäer. 1985 wurde die „Ode an die Freude“ zur EU-Hymne erklärt. © imago images/imagebroker
 

"Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium.“ Der umständliche Text von Friedrich Schiller war sicher nicht verantwortlich dafür, dass Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 9 bis heute sozusagen das musikalische Signet der Weltkultur darstellt. „Die Neunte“ und die ekstatische Anrufung einer das Erdenrund umspannenden Brüderschaft: klingt immer gut. Von dieser Weihestunde des Menschseins haben Regime aller Arten Gebrauch gemacht, um sich Legitimität und Identität zu verleihen. Beethovens Neunte war für die Nazis Ausdruck heroischer Gesinnung, für die Kommunisten Weckruf zur klassenlosen Gesellschaft. Musik lässt das mit sich machen, weil Musik das erzählt, was Worte nicht können, sich aber zugleich über Konkretes beharrlich ausschweigt.

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