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Beethoven und die PolitikAlle Menschen werden klüger

Mit der EU-Hymne wurde Beethoven zu einer Art Schutzheiliger der Union. Doch wie politisch kann Musik sein?

Beethoven-Figur, mit Kleidung aus Flaggen der EU-Laender, Beethovenjahr, Mottowagen, Rosenmontagszug 2020, Duesseldorf, No
Beethoven (1770 bis 1827), der Europäer © imago images/imagebroker
 

"Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium.“ Der umständliche Text von Friedrich Schiller war sicher nicht verantwortlich dafür, dass Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 9 bis heute sozusagen das musikalische Signet der Weltkultur darstellt. „Die Neunte“ und die ekstatische Anrufung einer den Erdenrund umspannenden Brüderschaft: Klingt immer gut. Von dieser Weihestunde des Menschseins haben Regime aller Arten Gebrauch gemacht, um sich Legitimität und Identität zu verleihen. Beethovens Neunte war für die Nazis Ausdruck heroischer Gesinnung, für die Kommunisten Weckruf zur klassenlosen Gesellschaft.

Musik lässt das mit sich machen, weil Musik das erzählt, was Worte nicht können, sich aber zugleich über Konkretes beharrlich ausschweigt.

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