Sie hätten das Jelinek-Stück "In den Alpen" für das Wiener Volkstheater adaptieren sollen, es kam anders. Inwiefern?
FISTON MWANZA MUJILA:
Ja, ich wurde eingeladen, über dieses Stück nachzudenken. Ich habe dann den Text wiederholt gelesen und kam zum Schluss, dass eine Bearbeitung nicht möglich ist, weil wir nicht die gleiche Geschichte haben. Elfriede Jelinek ist in Europa geboren, ich bin in Afrika geboren. Sie schreibt auf Deutsch, ich schreibe auf Französisch. Ich komme aus einem kolonialisierten Land, dem Kongo. Wir haben also eine völlig andere literarische Genealogie. Für mich war also klar, dass ich keine Adaption von Jelinek schreiben kann, sondern mein eigenes Stück schreiben muss. Mein Stück heißt "Après les Alpes", also "Nach den Alpen".