"Oh mein Gott! Sie haben Kenny getötet!“ Auf der Bühne steht Ozzy Osbourne und beißt dem armen, orange angezogenen Kenneth „Kenny“ McCormick den Kopf ab – und das ist nur eine der Spezialitäten der heiß geliebten wie tief verhassten Serie „South Park“. Kenny muss sterben – und das musste er in rund 320 Folgen und 25 Staffeln mindestens 80 Mal. 126 Tode sind es, wenn man frühe Clips, autorisierte TV-Parodien, Videospiele und den „South Park“-Film mit einbezieht.


Die Stars der Serie sind die vier Drittklässler Stan, Eric, Kyle und Kenny, die in dem Kaff „South Park“ in Colorado in den USA leben. „South Park“ läuft seit 25 Jahren. Ein kleiner Videoclip namens „The Spirit of Christmas“ war die Geburtsstunde der Serie: Trey Parker und Matt Stone haben diverse Kurzfilme geschaffen und wurden danach gefragt, ob sie das nicht zu einer Fernsehserie ausbauen wollten. Sie wollten. Derzeit läuft der Vertrag mit den beiden kreativen Köpfen bis 2027 und zur 30. Staffel. Die primitive Stop-Motion-Tricktechnik und Wackelbewegungen der Helden verleihen dem Format des Senders Comedy Central etwas Grobschlächtiges und Plumpes. Das machte „South Park“ auch besonders: Denn als die Serie an den Start ging, war die Technik viel weiter und die Zuschauer waren überrascht. Fäkalausdrücke, Gesellschaftskritik, Obszönitäten, Brutalität, Geschmacklosigkeiten und Tabubrüche waren typisch für „South Park“. Fünf Emmys und ein Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde für die meisten Flüche in einer Animationsserie darf man auf der Habenseite verbuchen.


Im berühmter Red Rocks Amphitheatre in Colorado traf man sich kürzlich zum Jubiläumskonzert, Primus und Ween waren mit dabei. Was die vier dazu sagen? Keine Ahnung. Alles Gute zum Geburtstag Stan, Eric, Kyle und Kenny – auf viele weitere Jahre, in denen politisch unkorrekter Humor freudig Pogo tanzt.