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Zum 150. Geburtstag von Heinrich MannDer Bruder, der immer im Schatten stand

Heinrich Mann, zeitlebens im Schatten seines Bruders Thomas, wäre am Samstag, 27. März, 150 Jahre alt geworden. Höchste Zeit, diesen hellsichtigen Literaten (wieder) zu entdecken.

Heinrich Mann starb im Alter von 79 Jahren in Kalifornien
Heinrich Mann starb im Alter von 79 Jahren in Kalifornien © KK
 

Er hat wohl nie in diese ehrenwerte, höchst toxische Familie gepasst, in der Nichtsalonfähiges entweder unter den feinen Teppich gekehrt oder literarisch verarbeitet bzw. verklausuliert wurde. Denn Heinrich Mann, der ältere Bruder des Literaturnobelpreisträgers Thomas, war immer „zu“. Als Jugendlicher, der sich sogar gegen den Vater auflehnte, zu rebellisch. Später als Demokrat und früher Antifaschist – seine Bücher wurden dann natürlich von den Nazis „dem Feuer übergeben“ – politisch zu exponiert. Als heftiger Satiriker und deftiger Lebemensch zu wenig bürgerlich.

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zweigerl
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"Umso wichtiger, dass man wieder über ihn liest"

Der Schlusssatz des Eulogisten spricht Bände: "Umso wichtiger, dass man wieder über ihn liest." Das war und ist das Problem, dass man den großen Bruder noch in 100 Jahren lesen wird, und zwar jeden seiner Sätze, während Heinrich nur der Erfolg des "UNtertan" bzw. die "Professor Unrat"-Verfilmung gegönnt war. Und zwar, nimmt man alles in allem, zu Recht. Der frankophile Lebemann, der sich gern mit Damen aus der Halbwelt umgab, schrieb einfach zu schnell seine Texte, um sie wie Thomas der Weltliteratur zu übermachen.