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TV-Tagebuch"Das Mädchen aus dem Bergsee" zeigt ein Tirol frei von allen Klischees

Empfehlung! Der neue Landkrimi aus Tirol ist ein düsteres Familiendrama, mit tollem Ensemble, soghaften Sound-Landschaften und einer der coolsten Ermittlerinnen überhaupt. Heute Abend um 20.15 Uhr auf ORF 1.

Das Maedchen aus dem Bergsee
"Das Mädchen aus dem Bergsee": Der Auftakt zu neuen Landkrimis im ORF, heute um 20.15 Uhr, ORF 1 © ORF
 

Lisa Kuen ist eine der coolsten Ermittlerinnen, die das heimische Publikum bislang gesehen hat: stur, intuitiv, unerschrocken. Sie rennt Berge hinauf, trinkt Bier aus Dosen, kooperiert eher wenig, holt ihre Kartons beim Ex-Gspusi einfach nicht ab und lässt sich sicher keinen Mord entgehen. Gebuchter Urlaub hin oder her. Der Fall rund um eine tote Sexarbeiterin konfrontiert sie bald mit ihrer eigenen tragischen Biografie. Patricia Aulitzky verkörpert diese Einzelgängerin mit allem Grau auf der Gefühlspalette bravourös. Mirjam Unger inszeniert „Das Mädchen aus dem Bergsee“ als düsteres Familiendrama und als Anti-Werbung für Tirol: Die Abgründe in den Familien sind tiefer als die Seen, die Traumata starrer als jede Felsklippe, der Sog mitreißender als Flüsse. Das Drehbuch stammt von Eva Testor, die auch hinter der Kamera steht: Ihre Sicht auf Story und Figuren ist fantastisch, sie kommt ihnen und ihren Lügen unheimlich nah, der Elektrosound unterstreicht das Seherlebnis.

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