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Brisante LektüreDer globale Schweinestall

Jean-Baptiste Del Amo beweist in seinem Roman "Tierreich" drastisch und brisant, dass sich ein Teil des Weltgeschehens in einem Schweinestall unterbringen lässt. Ein brisantes Werk, in dem jegliche Pseudo-Moral zum Himmel stinkt.

Schlacht um jeden Preis © 
 

Es ist reiner Zufall, gewiss, aber es verblüfft doch immer wieder, welche neuen, vom Autor keineswegs geplanten Querbezüge sich durch die Pandemie ergeben können. Wer denkt zum Beispiel nicht an den Namen Tönnies und sein gigantisches Schlachtimperium, wenn in einem Roman die zentrale Rolle eine Dynastie von Schweinezüchtern die Rede ist? Obwohl der exzellente französische Autor Jean-Bapiste Del Amo (39), für sein drastisches Debütwerk „Die Erziehung“ vor drei Jahren mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet, ein gänzlich anderes Ziel vor Augen hatte. Er schuf, da muss gleich Entwarnung gegeben werden, kein Corona-Buch (die jetzt massenweise folgen werden). Aber er zeigt die Degradierung des Menschen und dessen höhnische Herabwürdigung zu einem Nutztier auf zwei Beinen. Und da lassen Tönnies & Co. grüßen, auf grauenhafte Weise.

Kommentare (1)

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MoritzderKater
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Lesenswert?

Schon die täglichen Nachrichten,.....

..... mit all den Berichten - die aber relativ kurz und oberflächlich - von all dem Tierleid und den Machenschaften der Groß-und-mittelgroßen Betriebe berichten, bin ich eigentlich emotional überfordert.
Ein Buch mit 440 Seiten, des selben Genres, bedächtig gelesen, mute ich mir eigentlich nicht zu. Die reale Welt ist böse genug.

Ja, ich weiß - ich muss ja nicht.