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Pentagon widersprichtTrump droht, Kulturstätten im Iran zu zerstören

US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, Kulturstätten zu zerstören, sollte Teheran mit militärischer Gewalt auf die Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani durch die USA reagieren. Das Pentagon hat sich mittlerweile davon distanziert.

Die Ruinen von Persepolis, der 520 v. Chr. von Dareios I. gegründeten Hauptstadt des Achämenidenreichs © Stefan Baum/Fotolia
 

Ob die verwinkelte Altstadt aus Lehmhäusern von Yazd, die Ruinen der jahrtausendealten Metropole Persepolis oder der riesige historische Basar von Tabriz: Der Iran ist reich an Zeugnissen seiner langen Geschichte. 22 der iranischen Kulturstätten zählt die UNO-Kulturorganisation UNESCO zum Welterbe.

US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, Kulturstätten zu zerstören, sollte Teheran mit militärischer Gewalt auf die Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani durch die USA reagieren. "Wir lassen es zu, dass sie unsere Leute töten. Wir lassen es zu, dass sie unsere Leute foltern. Warum sollten wir dann nicht das Recht haben, ihre Kulturstätten anzugreifen?", sagte Trump. 52 strategisch und kulturelle wichtige Stätten hat der Präsident im Visier, wobei die Zahl auf die 52 US-Bürger Bezug nimmt, die iranische Studenten 1979 in der US-Botschaft als Geiseln genommen hatten.

Welterbestätten im Iran

Welterbestätten im Iran:
Ruinenstadt Tschogha Zanbil
Ruinen von Persepolis
Königsplatz von Isfahan
Archäologische Stätte Tacht-e Suleiman
Pasargadae
Bam und seine Kulturlandschaft
Soltaniye
Armenische Klosteranlagen im Iran
Historisches Hydraulik-System von Shushtar
Ensemble Scheich Safi al-din Khanegah in Ardabil
Historischer Basar in Tabriz
Persische Gärten
Jame-Moschee in Isfahan
Mausoleum Gonbad-e Qabus
Golestan-Palast in Teheran
Ruinen von Schahr-e Suchte
Kulturlandschaft von Maymand
Susa
Wüste von Lut
Die persische Qanate
Altstadt von Yazd
Archäologische Landschaft der Sassaniden in der Region Fars
Hyrkanische Wälder

Die Drohung löste einen Sturm der Entrüstung aus. Angriffe auf kulturelle Stätten wären ein "Kriegsverbrechen", urteilte nicht nur der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif, sondern auch Juristen, frühere Diplomaten und die Opposition in den Vereinigten Staaten zeigten sich empört.

Trumps Drohung sei "unmoralisch und widerspricht amerikanischen Werten", sagte Nicholas Burns, Harvard-Professor und ehemaliger NATO-Botschafter unter dem früheren republikanischen Präsidenten George W. Bush. Er verwies darauf, dass Washington eine Resolution unterstützt hat, die die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) daran hindern sollte, Welterbestätten wie das antike Palmyra in Syrien zu zerstören.

Zarif zog eine Parallele zwischen dem IS und Trumps Androhung. "Eine Erinnerung an diejenigen, die davon träumen, die Kriegsverbrechen des IS nachzuahmen, indem sie unser kulturelles Erbe ins Visier nehmen: In den Jahrtausenden unserer Geschichte haben Barbaren immer wieder unsere Städte und Denkmäler verwüstet und unsere Bibliotheken verbrannt", twitterte er. "Und wo sind wir jetzt? Wir sind immer noch hier."

BUDDHA
2001 zerstörten die Taliban die Buddha-Statuen von Bamiyan Foto © AP

Andere verglichen Trumps Ankündigung mit der Zerstörung der riesigen Buddhastatuen im afghanischen Bamian (Bamiyan, Bamijan, Bamyan) 2001 durch die radikalislamischen Taliban. "Sie drohen mit Kriegsverbrechen", entgegnete die demokratische Senatorin und Präsidentschaftsbewerberin Elizabeth Warren Trump. "Wir sind nicht im Krieg mit dem Iran. Die Amerikaner wollen auch keinen Krieg mit dem Iran."

Pentagon widerspricht

Das Pentagon hat sich mittlerweile von der Drohung  distanziert: "Wir werden die Gesetze des bewaffneten Konflikts befolgen", hieß es bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Verteidigungsminister Mark Esper und Generalstabschef Mark Milley am Montag (Ortszeit).

Auch US-Außenminister Mike Pompeo hat den Vorwurf zurückgewiesen, dass die USA Kriegsverbrechen planten. Jegliche Militärschläge gegen den Iran würden „gesetzeskonform“ sein, erklärte er  im Gespräch mit dem Fernsehsender ABC. 

Und Colin Kahl, ehemaliger Sicherheitsberater des ehemaligen demokratischen Vizepräsidenten Joe Biden, bezweifelt, dass die Drohung umgesetzt wird. "Trump mag sich nicht um die Gesetze kümmern, aber Beamte und Anwälte schon", schrieb er im Onlinedienst Twitter. "Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das Pentagon Trump Ziele liefern würde, die iranische Kulturstätten einschließen."

Die UNESCO ermahnte Washington, sich an internationale Übereinkommen zum Schutz von Kulturstätten zu halten. Die USA hätten zwei Konventionen ratifiziert, in denen sie sich verpflichten, kulturelle Stätten in bewaffneten Konflikten zu verschonen, erklärte die Organisation in Paris.

Kommentare (16)

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Hildegard11
11
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Wann werden unsere Europapolitiker endlich das Maul aufmachen??

Allen voran unser Trump-Besucher BK Kurz.

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Lodengrün
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Der sagt

man müsse das differenziert sehen. Und wie im Falle Landau: „er hat seine Meinung, ich habe meine Meinung“. Was wurde nur für ein Balhöl gemacht als er in Oval Office durfte. Den ganzen Flieger luden sie mit Journalisten voll. Die Breaking News wollten gar nicht enden.

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lombok
3
17
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USA, was ist nur geworden aus Dir?

Die Fassungslosigkeit ist in Worte nicht mehr zu fassen!

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Reipsi
2
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Man kann nur eines

sagen , nur gstörte heutzutage in der Politik der großen Länder, furchtbar.

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SoundofThunder
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😏

Der IS hat das auch im Irak und Syrien getan. Wo ist da der Unterschied zwischen Trump und dem IS?

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sgy
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Keiner.

Und die USA'ler begreifen immer noch nicht, dass er eigentlich unwählbar sein sollte.

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FB4
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?

Wieviele kranke Staatsoberhäupter müssen wir noch hinnehmen???????
Alle glauben einmal gewählt gilt nur noch ihre Ansicht und Meinung?????
Wie kaputt sind diese Menschen alle????

Wäre an der Zeit zu reflektieren, aber sich selbst!!!!!!

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cockpit
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und er wird wieder gewählt

einfach schrecklich

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martin8330
8
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wann endlich...

tritt das Kriegsverbrechertribunal auf den Plan und klagt diesen Irren an?

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pesosope
1
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martin8330

umd welche Kriegsverbrechen hat er gemacht?

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SagServus
2
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Es gibt einen Grund...

wieso die USA den internationalen Gerichtshof nicht anerkennt.

Damit man eben Kriegsverbrechen begehen aber dafür nicht angeklagt werden kann.

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joektn
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🤔

Gar nicht weil das nicht möglich ist da die USA hier ein Vetorecht haben und somit rein gar nix passiert. Auch bei der UN, NATO usw. Zudem ist es laut amerikanischen Recht unzulässig Soldaten oder Militärs wegen Kriegsverbrechen anzuklagen. Das musste Den Haag bereits spüren, als sie gegen US Soldaten ermitteln wollten und sofort mit US Sanktionen belegt wurden. Die USA haben Narrenfreiheit.

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eleasar
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Zivilisierte Kulturen zerstören keine alten Denkmäler!

Damit stellt sich Trump auf eine Stufe mit dem IS.

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gonde
3
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Jetzt spinnt der POTUS aber komplett!

Hast du noch Worte!

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Lodengrün
11
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Jetzt ist der Schutzheilige der FPÖ

wirklich nicht mehr zu retten. Vilimsky: „Trump hat seit seiner Wahl an Profil gewonnen“. Was ist Vilimsky?

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Leberknoedel
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Jetzt sollte auch der Letzte begriffen haben, dass

Trump ein verkleideter Taliban ist!

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