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Peter HandkeSuhrkamp-Verlag verschickte Klarstellungen zur Nobelpreis-Debatte

Insgesamt 38 Aussagen über Peter Handkes Haltung im Jugoslawienkrieg hat der Suhrkamp-Verlag nun aufgerollt und übersetzt. Der nächste Akt in der Kontroverse.

Die Kontroverse um Peter Handke geht weiter © AP
 

Der Suhrkamp Verlag hat ein vorläufig 24-seitiges englischsprachiges Dokument zusammengestellt, das anhand von (übersetzten) Original-Aussagen Klarstellungen zu der rund um Peter Handkes Haltung zum Jugoslawien-Krieg entbrannten Nobelpreis-Debatte bieten soll. "Es handelt sich um eine Materialdarreichung, die wir für unsere Partner weltweit erarbeitet haben", wird der Verlag von der "FAZ" zitiert.

Demnach sei das Dokument, das als "work in progress" deklariert ist, deshalb auf Englisch verfasst, da es "besonders für die Länder, in denen die meisten schrägen/teils falschen Zitate 'von' Peter Handke auftauchen. Darunter viele Länder, in denen man Handke-Texte gar nicht lesen kann, weil entsprechende Texte (noch) nicht übersetzt sind...". Insgesamt 38 Aussagen wird in der Materialsammlung mit Klarstellungen entgegengetreten. Die erwiderten Zitate seien dabei häufig stark verkürzt und aus dem Kontext gerissen - eine Praxis, "wie Handke sie seinen Kritikern vorhält", schreibt die "FAZ" (Mittwoch-Ausgabe). "Um die Plausibilität von deren Anwürfen zu überprüfen, braucht es in der Tat, was Handke immer wieder fordert: Lektüre der vollständigen Aufsätze. Dann erst wird man entscheiden können, ob die 'Materialdarreichung' des Suhrkamp Verlags als Helden- oder Bubenstück in die Literaturgeschichte eingehen wird."

Literaturnobelpreisträger Peter Handke: Ein Leben in Büchern

1942 in der Kärntner Provinz geboren, lebt Handke seit fast 30 Jahren Jahren in Frankreich, wo er zu seinem Domizil im Pariser Vorort Chaville vor einigen Jahren auch ein einsames Haus in der Picardie erworben hat.

(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Seit über einem halben Jahrhundert steht er in der literarischen Öffentlichkeit, in den 60er-Jahren als Kulturautor gefeiert, später wegen seines nicht nur literarischen Eigensinns umstritten und seit langem regelmäßig auf jenen Buchmacher-Listen zu finden.

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Nach Besuch des katholischen Internats in Tanzenberg und des Gymnasiums in Klagenfurt studierter er ab 1961 in Graz Rechtswissenschaften. Während dieser Zeit fand er Anschluss an die Schriftsteller des "Forum Stadtpark".

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Über 11.400 Seiten soll die vom Suhrkamp Verlag vorbereitete "Handke Bibliothek" umfassen, in der alles enthalten ist, was er jemals in Buchform veröffentlicht hat. Ein gigantisches Werk.

(c) dpa (A2411 Norbert F�rsterling)

Erste Publikationen in der Zeitschrift "manuskripte" und erste Lesungen im Radio waren ein hoffnungsvoller Beginn. 1965 gelang es Freunden wie Alfred Kolleritsch, für Handkes Debütroman "Die Hornissen" den renommierten Suhrkamp. - Im Bild ist Handke mit Ehefrau Sophie zu sehen. Mit ihr ist er seit 1991 verheiratet.

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Sein Stern im Literaturbetrieb ging kometengleich auf, als der nahezu unbekannte Jungautor im April 1966 der Gruppe 47 bei einer Tagung in Princeton in einer erregten Schmährede "Beschreibungsimpotenz" vorwarf. Mitte der 60er erschien sein Sprachstück "Kaspar", das 1968 in Frankfurt unter Claus Peymann uraufgeführt wurde.

Handke war jemand - ein "Popstar", ein enfant terrible. Seine experimentellen Stücke sorgten für erregte Debatten, Titel wie "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" (1969) oder "Wunschloses Unglück" (1972) wurden zur Kultlektüre einer ganzen Schüler- und Studentengeneration.

In Kontrast dazu stehen die Aufregungen, die Handke, dessen Auseinandersetzung mit den eigenen slowenischen Wurzeln in seinem Stück "Immer noch Sturm" (2011) kulminierte, mit seiner pro-serbische Position in den Konflikten am Balkan und der scharfen Ablehnung der westlichen Haltung verursachte. 1996 sorgte sein Reisebericht "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien" für heftige Debatten, zehn Jahre später seine Rede bei der Beerdigung von Slobodan Milosevic.

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Auf die kürzlich gehaltene Buchpreis-Rede von Sasa Stanisic wird in den "Clarifications" ebenso wenig eingegangen wie auf ein kürzlich wieder aufgetauchtes Handke-Interview aus 2011 mit der Zeitschrift "Ketzerbriefe".

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