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Reaktionen "Mit dem Tod von Lotte Tobisch ist Österreich um eine Institution ärmer"

Der Tod von Lotte Tobisch, die 93-jährig am Samstag gestorben ist, hat Bestürzung in ganz Österreich hervorgerufen. Österreich habe eine "Ausnahmepersönlichkeit verloren", meinte etwa Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein.

++ ARCHIVBILD ++ LOTTE TOBISCH 93-JAeHRIG GESTORBEN
Lotte Tobisch, 1926 bis 2019 © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Alexander Van der Bellen, Bundespräsident

"Mit dem Tod von Lotte Tobisch ist Österreich um eine Institution ärmer geworden. Als legendäre Organisatorin des Wiener Opernballs war sie weithin bewundert und geachtet", so Bundespräsident Alexander Van der Bellen: "Ihr dynamisches und offenes Wesen, ihre klare aber verbindliche Art verschafften ihr Anerkennung und Respekt. Auch soziales Engagement bis ins hohe Alter zeichnete diese besondere Persönlichkeit aus. Wir alle, die wir Lotte Tobisch kannten und schätzten, werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren."

Brigitte Bierlein, Bundeskanzlerin

Auch Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein würdigte die Verstorbene: "Mit Lotte Tobisch verliert Österreich nicht nur eine hervorragende Schauspielerin und Künstlerin, sondern eine Ausnahmepersönlichkeit, die sich mit ihrem kulturellen, gesellschaftlichen und sozialen Engagement um Österreich besonders verdient gemacht hat. Wir trauern um einen überaus liebenswerten Menschen und eine große Österreicherin".

Alexander Schallenberg, Kulturminister

Mit Tobisch "hat uns eine große Botschafterin der österreichischen Kultur verlassen", so auch Kulturminister Alexander Schallenberg. Für den Minister hat die Grand-Dame des Opernballs "maßgeblich dazu beigetragen, Österreichs Renommee als Kunst- und Kulturnation vor allem in der schweren Nachkriegszeit mit aufzubauen. Sie wird eine Lücke hinterlassen, die nicht geschlossen werden kann."

Wolfgang Sobotka, Nationalratspräsident

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) strich u.a. ihr kulturelles, gesellschaftliches und soziales Engagement um Österreich hervor: "Wir trauern um einen überaus liebenswerten Menschen und eine große Österreicherin."

Christian Kircher, Bundestheater-Holding

Lotte Tobisch werde "mit ihrem unübertroffenen Charme und ihrer großen Offenheit sehr fehlen", so der Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, Christian Kircher, angesichts des Ablebens der prägenden Kultur-Persönlichkeit. "Den Österreichischen Bundestheatern war Lotte Tobisch in mehrfacher Hinsicht verbunden - ihr Debüt als Schauspielerin feierte sie am Burgtheater bereits in jungen Jahren, sie prägte maßgeblich den Wiener Opernball in der Staatsoper und war eine wichtige Stimme im Wiener Kulturleben", so Kircher.

Dominique Meyer, Staatsoperndirektor

Staatsoperndirektor Dominique Meyer würdigte sie als "eine blitzgescheite, belesene, noble, große Persönlichkeit", die "nie um eine klare Wortmeldung verlegen war". Von den "vielen Neuerungen und wichtigen Umgestaltungen im Laufe ihrer Ära (als Opernball-Organisatorin, Anm.) profitieren wir heute noch", sagte der Staatsopern-Direktor: "Die allgemeine Titulierung als 'Grande Dame' ist bei Lotte Tobisch jedenfalls sehr zutreffend."

Alexander Wrabetz, ORF-Generaldirektor

Für ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz war "Tobischs offener und aufrechter Charakter ebenso beispielgebend und inspirierend wie ihr großes soziales Engagement und Gewissen".

Michael Ludwig, Wiener Bürgermeister

Neben ihrer Zeit als Opernball-Chefin sei mit Tobisch auch "eine großartige Schauspielerin und Künstlerin von uns gegangen", heißt es seitens des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig. "Mit ihren zahlreichen Engagements im Burg- und Volkstheater sowie dem Theater in der Josefstadt und ihren Filmrollen beeindruckte sie über viele Jahrzehnte. Bis zuletzt engagierte sich Tobisch auch für Kulturschaffende. Ihr soziales Engagement zeichnete sie im besonderen aus", so Ludwig.

Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau Niederösterreich

Für die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) war Tobisch "nicht nur Grand Dame der österreichischen Kultur-Szene. Sie war zugleich eine unglaublich engagierte, schillernde und weltoffene Persönlichkeit. Ihre direkte und unkomplizierte Art haben mich immer fasziniert. Genauso wie ihr Engagement als Präsidentin des Vereins 'Künstler helfen Künstlern' in Baden".

Beate Meinl-Reisinger, Neos

Als "großartige und kluge Frau mit so viel Esprit, Witz und Geist" würdigte auch die NEOS-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger die Verstorbene. "Lotte Tobisch begeisterte nicht nur über ein halbes Jahrhundert ihr Publikum auf der Bühne und auf der Leinwand, sie war auch immer ein politischer Mensch", so die Chefin der NEOS. Tobisch, die 2017 und bei der jüngsten Nationalratswahl im Unterstützungskomitee der Partei aufschien, "war nicht nur eine große Europäerin, sondern hat sich bis zuletzt auch für Generationengerechtigkeit, Toleranz und Weltoffenheit eingesetzt."

Richard Lugner

Richard Lugners Karrierestart am Wiener Opernball ist in die Ära der verstorbenen Lotte Tobisch gefallen. "Ich habe sie geschätzt und geliebt, es gibt ja verschiedene Arten von Liebe", sagte der Baumeister der APA. Sie sei eine "tolle Frau von Format und Charakter gewesen, das muss man ihr lassen". Unter Tobisch sei er nie ein Outlaw am Ball gewesen. Es sei nämlich ihre Meinung gewesen, dass es keine 4.000 feinen Leute am Opernball gibt. "Natürlich sagte sie damit auch, dass der Lugner kein feiner Mensch ist, aber andere halt auch", so der Baumeister. Zudem habe sie stets betont, dass er eine "Bereicherung für den Ball" ist und ihm auch stets eine gute Loge zugedacht. "Sie war absolut meine liebste Opernball-Lady", unterstrich der Baumeister. Dass Tobisch ihn als "Wurschtel" bezeichnet hat, hat ihr Lugner nicht verübelt. "Es war nicht böse gemeint, sie hatte eine pointierte Art", sagte der Baumeister.

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