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World Press Photo-SchauMauern und Grenzen mit Fotos überwinden

"Für mich ist die Kamera im Endeffekt kein Schild, sondern eine Quelle der Kraft", erklärte Preisträger John Moore bei der WestLicht-Eröffnung in Wien.

Crying Girl on the Border
"Crying Girl on the Border": Das World-Press-Siegerbild des US-Fotografen John Moore. © John Moore, Getty Images
 

Auf diesen Bildern stellen sich Mauern und Grenzen nicht nur in den Weg, sie werden auch überwunden: Es sind wie jedes Jahr eindringliche Aufnahmen, die die Ausstellung "World Press Photo" im Wiener WestLicht versammelt. Gewonnen hat den renommierten Wettbewerb heuer US-Fotograf John Moore, der zur Eröffnung am Donnerstag die Bedeutung von Fotojournalismus betonte.

Sein prämiertes Bild zeigt ein weinendes Flüchtlingsmädchen an der US-Grenze, dessen Mutter gerade durchsucht wird. Laut Jury zeigt diese Arbeit "eine andere, psychologische Art der Gewalt". Ob Moore, der als leitender Fotograf bei Getty Images arbeitet und viele Jahre lang im Ausland tätig war, für seine Arbeit Distanz benötige? "Oft fotografiere ich natürlich sehr emotionale Themen", meinte er im APA-Gespräch. "Besonders dieses Bild ist so ein Fall. Ich bin selbst Vater, vielleicht verstärkt es das noch. Was mir aber hilft: Ich glaube einfach daran, dass Fotojournalismus wichtig ist."

Ausgezeichnete Pressefotos: "World Press Photo"-Schau im WestLicht

Das Foto eines weinenden Flüchtlingskindes an der Grenze der USA ist das Weltpresse-Foto des Jahres 2018. US-Fotograf John Moore gewann ...

(c) AP (John Moore / Getty Images)

... damit den renommierten "World Press Photo"-Wettbewerb, wie die Jury in Amsterdam bekannt gab. Die Vorsitzende des Wettbewerbs, Whitney C. Johnson, sprach von einem "überraschenden, einzigartigen und relevanten Foto." 

(c) APA/AFP/ANP/PATRICK VAN KATWIJK (PATRICK VAN KATWIJK)

Es sind wie jedes Jahr eindringliche Aufnahmen, die die Ausstellung "World Press Photo" in der Wiener Galerie Westlicht versammelt. Die Ausstellung öffnet am 6. September ihre Pforten.

(c) APA/AFP/ANP/KOEN VAN WEEL (KOEN VAN WEEL)

Neben dem Siegerbild sind in der Ausstellung erneut eine Auswahl der prämierten Bilder in unterschiedlichsten Kategorien, von Weltpolitik über Alltägliches bis zur Sport und Natur zu sehen.

(c) APA/AFP/ANP/KOEN VAN WEEL (KOEN VAN WEEL)

Unter den Gewinnern (Kategorie General News) ist auch dieses Foto: "The Disappearance of Jamal Kashoggi" by Chris McGrath (Getty Images). Es zeigt die ankommende Presse vor dem Konsulat Saudi Arabiens in Istanbul zur Pressekonferenz nach dem Tod des Journalisten Jamal Khashoggi.

(c) AP (Chris McGrath / Getty Images)

Viele Bilder sind verstörend, die etwa das Bild "Harvesting Frog's Legs" von Bence Mate wurde in der Kategorie "Nature, Singles" gekürt: Es zeigt tote Frösche, in einem Fluss in Rumänien, die wieder zurück ins Wasser geworfen wurden - nachdem man ihnen ihre Schenkel ausgerissen hatte.

(c) AP (Bence Mate)

"Crying for Freedom" von Forough Alaei zeigt Frauen beim AFC Champions League Cup zwischen Irans Persepolis and Japans Kashima Antlers. Im Iran dürfen Frauen für gewöhnlich nicht ins Fußball-Stadion.

(c) AP (Forough Alaei)

"Dakar Fashion" von Finbarr O'Reilly (Kategorie Porträts, Singles) zeigt die Models Diarra Ndiaye, Ndeye Fatou Mbaye und Mariza Sakho. Sie tragen Kleidung der senegalesische Modedesignerin Adama Ndiaye.

(c) AP (Finbarr O´Reilly)

"Blessed Be the Fruit: Ireland's Struggle to Overturn Anti-Abortion Laws" von Olivia Harris zeigt im Vorjahr Megan Scott als irische Patronin St. Brigid. Olivia Harris setzte sich für ein Gesetz zu Legalisierung von Abtreibungen ein. Nach einem Referendum im Mai, wurde das Gesetz im Dezember beschlossen. 

(c) AP (Olivia Harris)

Das Bild "The Lake Chad Crisis" von Marco Gualazzini zeigt einen Waisenjungen. Viele dieser Kinder, darunter Flüchtlinge aus Nigeria, gehen nicht zur Schule, sondern zum Betteln. (Marco Gualazzini, Contrasto).

(c) AP (Marco Gualazzini / Contrasto)

"Boxing in Katanga" von John T. Pedersen zeigt den Boxer Moreen Ajambo, der in einem Boxclub in Kampala (Uganda) trainiert. (John T. Pedersen, World Press Photo via AP).

(c) AP (John T. Pedersen)

"Falcons and the Arab Influence" ist das Bild von Brent Stirton und es zeigt, das Revival der Falkenjagd. Züchter Howard Waller trägt einen Züchterhut, mit dem man das Ejakulat eines Falken sammelt. (Brent Stirton, Getty Images for National Geographic)

(c) AP (Brent Stirton / Getty Images / National Geographic)

Das Bild "Yemen Crisis" von Lorenzo Tugnoli zeigt eine bettelnde Frau vor einem Lebensmittelmarkt im Yemen. In dem Land herrscht durch die kriegerischen Auseinandersetzungen im Land, bittere Armut. (Lorenzo Tugnoli, Contrasto, for The Washington Post).

(c) AP (Lorenzo Tugnoli / Contrasto / The Washington Post)

"Beckon Us From Home" von Sarah Blesener zeigt lachende Schülerinnen Backstage bei einem Sing- und Marschierwettbewerb im russischen Dmitrov.

(c) AP (Sarah Blesener)

"The Migrant Caravan" von Pieter Ten Hoopen zeigt die Karawane von Migranten, die sich auf dem Weg in die USA sind.

(c) AP (Pieter Ten Hoopen / Agence Vu /)

"Akashinga - the Brave Ones" von Brent Stirton zeigt Petronella Chigumbura. Sie ist Teil einer Einheit, die im Phundundu Wildlife Park in Simbabwe trainiert, um gegen Wilderer zu kämpfen. (Brent Stirton, Getty Images).

(c) AP (Brent Stirton / Getty Images)

Das Bild "Land of Ibeji" von Benedicte Kurzen, Noor, und Sanne de Wilde, zeigt Kehinde Deborah und Taiwo Celestine, die sich in Igbo-Ora (Nigeria) für den Kirchgang fertig gemacht haben.

(c) AP (Benedicte Kurzen)
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Er könne mit seinen Bildern die Meinungen und Ansichten von Leuten beeinflussen. "Manchmal vielleicht sogar jene von Regierungen", so Moore. "Für mich ist die Kamera im Endeffekt kein Schild, sondern eine Quelle der Kraft." Immigration sei in den USA ein derzeit sehr intensiv diskutiertes Thema - mit äußerst unterschiedlichen Positionen. "Es war klar, dass so ein kraftvolles Bild wie dieses, das ein derart politisch aufgeladenes Thema hat, kontroversiell aufgenommen wird", sagte der Fotograf. "Einige Leute werden da vielleicht 'Fake News' schreien. Aber so lange ich in meiner Arbeit genau bin, kann mir das nichts anhaben."

Zur Ausstellung

"World Press Photo 2019" von 6. September bis 20. Oktober im WestLicht, Schauplatz für Fotografie. Westbahnstraße 40, 1070 Wien. Täglich 11-19 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr. Buch zur Ausstellungen, Till Schaap Edition, 240 S., 25 Euro; www.westlicht.com

Besonders online, etwa auf Social-Media-Plattformen, würden Bilder schon mal aus dem Zusammenhang gerissen oder ihre Beschreibung einfach entfernt. "Du kannst natürlich nicht kontrollieren, was im Internet passiert", gab sich Moore keinen Illusionen hin. "Aber wenn das originale Ausgangsmaterial in Ordnung ist, du da alles richtig gemacht hast, dann kann man immer wieder darauf zurückkommen." Aus seiner Sicht sei es wichtig, dass sich Leute besonders im Online-Diskurs nicht auf scheinbar Offensichtliches verlassen, sondern die Ursprungsquelle einer Information, eines Bildes, eines Videos aufsuchen. "Im Endeffekt ist mir Kritik willkommen, weil es bedeutet, dass ich noch vorsichtiger sein muss."

35. Besucher im Vorjahr

Neben seinem Bild ist in der Ausstellung erneut eine Auswahl der prämierten Bilder in unterschiedlichsten Kategorien, von Weltpolitik über Alltägliches bis zur Sport und Natur zu sehen. Die zuvor angesprochenen Mauern, sie stellen sich glücklicherweise nicht immer wie unüberwindbare Hindernisse in den Weg. Wie viele Krisenherde es derzeit rund um den Globus gibt, wird dennoch deutlich, wenn man sich die erschütternden Fotos von Lorenzo Tugnoli aus dem Jemen, Ezra Acayan von den Philippinen oder Mohammed Badra aus Syrien vor Augen führt. Insgesamt haben sich am diesjährigen Wettbewerb rund 4.700 Fotografen mit fast 80.000 Einreichungen beteiligt.

Für das WestLicht ist die "World Press Photo"-Schau ein nicht wegzudenkender Fixpunkt im Programm, ist sie heuer doch bereits zum 18. Mal in der Fotogalerie zu Gast und hat sich immer wieder als Besuchermagnet erwiesen. Rund 35.000 Interessierte konnte man im Vorjahr begrüßen, womit man einen neuen Rekord verzeichnete. Heuer gibt es bis 20. Oktober die Gelegenheit, die Fotos aus nächster Nähe zu betrachten.

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