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Kunstmesse Art Basel50.000 Euro Schaden: Dreijährige zerstört Kunstwerk

Die Kunstmesse Art Basel bleibt mit 95.000 Besuchern auf stabilem Kurs. Einer der gewichtigsten Verkäufe war ein Frühwerk von Martin Richter für 17,75 Millionen Euro.

Die Art Basel ging am Sonntag zu Ende
Die Art Basel ging am Sonntag zu Ende © (c) APA/AFP/FABRICE COFFRINI (FABRICE COFFRINI)
 

Gestern Abend ist in Basel die berühmte Kunstmesse Art Basel zu Ende gegangen - mit einem Big Bang. Wie mehrere Schweizer Medien berichten, hat ein Kind am Wochenende eine Plastik der Düsseldorfer Künstlerin Katharina Fritsch beschädigt. Bei der Plastik handelt es sich um eine Fliege, das Kind soll einen der Flügel des Kunstwerks abgerissen haben. Der Wert des Kunstwerks, das beim Stand der Galerie "Matthew Marks Gallery" zu sehen war, wird auf rund 50.000 Euro geschätzt.

Dabei hätte die Art Basel diese nachträgliche "Werbebotschaft" wohl nicht gebraucht, die Zahlen sind stabil: Mit einer Besucherzahl von rund 95.000 knüpfte die Art Basel an die Erfolge der letzter Jahre an. Dies hat die Leitung der Kunstmesse nach Abschluss am Sonntag vermeldet. Die Art Basel habe mit 290 Galerien aus 34 Ländern Sammler aus über 80 Staaten angelockt, heißt es in der Mitteilung der Messeleitung.

Zu den gewichtigsten Verkäufen gehörten ein Frühwerk von Gerhard Richter und ein monochromes Gemälde des 1974 verstorbenen Südkoreaners Kim Whanki, die für 20 beziehungsweise 10 bis 12 Millionen US-Dollar (17,75 Mio. Euro bzw. 8,88 Mio. bis 10,65 Mio. Euro) einen Abnehmer fanden.

"Decimal Clock (White and Pink)" von Carsten Holler
"Decimal Clock (White and Pink)" von Carsten Holler Foto © (c) APA/AFP/FABRICE COFFRINI (FABRICE COFFRINI)

Nicht alle Galerien teilen ihre Verkäufe mit. Stillschweigen herrscht zum Beispiel bei der weltumspannenden Galerie Gagosian mit Hauptsitz in New York. Während der Messewoche wurde aber bekannt, dass der Kunsthandelskonzern in Basel eine neue permanente Filiale eröffnet hat. Das Kunst-Internetportal Artsy.net vermeldete, dass auch weitere große Player im Kunstmarkt neben ihrer Präsenz an der Art Basel mit Pop-up-Spaces zum Teil auch in Zürich ihren Geschäften nachgehen.

Wie die Art Basel mitteilte, hat sich das neue Preissystem, das jungen und zum ersten Mal teilnehmenden Galerien Mietnachlässe gewährt, bewährt. An der Ausgabe von 2019 waren 19 Galerien erstmals präsent - darunter Häuser aus Südamerika, Asien aber auch aus Basel, wie die Galerie Knöll, die eine Soloschau mit Werken des Bauhaus-Künstlers Max Bill präsentierte.

"'Gandhi returns (London)" von Simon Fujiwaraat
"'Gandhi returns (London)" von Simon Fujiwaraat Foto © APA/AFP/FABRICE COFFRINI (FABRICE COFFRINI)

Das erste Mal dabei war auch der italienische Kunstraum SpazioA aus Pistoia, der Objekte der diesjährigen Baloise Art Prize-Gewinnerin Giulia Cenci zum Verkauf anbot und auch rege verkaufte. Bilder der zweiten Preisträgerin Yinyi Cheng waren am Stand der Pariser Galerie Balice Hertling im Angebot. Der Baloise Art Prize ist mit 30.000 Franken (rund 26.600 Euro) dotiert.

Aus Österreich kamen diesmal Martin Janda, Krinzinger, Nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder sowie die in Salzburg, Paris und London ansässige Galerie Thaddaeus Ropac.

Eine erfolgreiche Messewoche vermeldete am Sonntag auch die Alternativmesse Liste für junge Galerien und neue künstlerische Positionen. Sie vermochte laut Medienmitteilung mit ihrer ersten Ausgabe unter der neuen Leitung von Joanna Kamm über 20.000 Besucher anzulocken. Die 77 Galerien aus 33 Ländern hätten "hervorragende Umsätze" verzeichnet.

Kommentare (7)

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Magneta
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Meine Hochachtung den Künstlern!

Nein, ich meine nicht die Typen, welche die Skulpturen basteln.

Ich meine die Leute welche dartige Gegenständlichkeiten zu dementsprechenden Preisen verkaufen können.

Das ist wirklich Kunst!

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mobile49
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Wer kannte vorher Katharina Fritsch ?

Jetzt kennen sie sicher mehr Kunstinteressierte !
Gutes Kind , Zweck erfüllt !

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GustavoGans
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Vielleicht

Ist das "Kunstwerk" jetzt mehr wert. ;)

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eadepföbehm
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so qualitativ wertvoll kann das Kunstwerk nicht gewesen sein, wenn es nicht einmal ein Kind übersteht.

Gerade Kinder wollen ihre Umgebung auch im wörtlichen Sinne begreifen. Daran sollten Künstler denken, wenn sie die Menschen nicht schon im Kindesalter von der Kunst verscheuchen wollen.

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paulrandig
3
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eadepföbehm

Ich nehme ein Kleinkind auch nicht in ein Symphoniekonzert mit.
Das würde durch das Kind nämlich auch zerstört.
Ich würde ein Kind auch nicht an ein Fabergé-Ei oder antikes chinesisches Porzellan heranlassen.
Was hat Kunst mit verpflichtender Robustheit zu tun?

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eadepföbehm
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Ich kann mich noch erinnern, wie begeistert mein Sohn beim Besuch des Gironcoli Museums von den mächtigen Skulpturen war
Das Problem dabei war nur, dass er keine dieser Figuren berühren dürfte, obwohl er am liebsten hinaufgeklettert wäre.
Wenn man also Kindern ihre natürliche Begeisterung nicht frühzeitig austreiben will, muss man sich da etwas überlegen.
Dass das nicht überall geht ist klar, aber bei so mächtigen Skulpturen sollten sich die Künstler schon etwas überlegen. Immerhin sollten die Kinder doch auch die Museumsbesucher von morgen werden.

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paulrandig
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eadepföbehm

Ja, das verstehe ich natürlich. Es kommt immer auf das Umfeld an, in dem Kunst wirken soll. Entweder der Künstler weiß das im Voraus, oder der Kurator stellt eine Ausstellung zusammen. Dann kommt es darauf an, wer das beabsichtigte Publikum ist.
Und da ist es dann besser, Kunstwerke zu nehmen,die für die erwartete Interaktion geeignet sind, anstatt mit Verboten zu arbeiten.
Trotzdem muss es auch fragile und empfindliche Kunstwerke geben dürfen, wenn das zu ihrer Aussage gehört. Und dann gehören sie halt entsprechend geschützt.

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