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KritikRusalka in Klagenfurt: Ein glänzender Einstand und ein Sängerfest

Dem neuen Chefdirigenten Nicholas Carter gelingt mit durchwegs fabelhaften Sängern bei der Eröffnungspremiere des Stadttheaters von Antonín Dvoráks „Rusalka“ eine feinsinnige und packende musikalische Realisierung

Pumeza Matshikiza als "Rusalka" und Martin Snell als "Vodnik" © Karlheinz Fessl/Stadttheater
 

Es ist ein zauberhafter, duftiger, musikalischer Teppich, den uns Nicholas Carter und das Kärntner Sinfonieorchester zu Füßen legen. Bei Antonín Dvoráks „Rusalka“, der Eröffnungspremiere des Stadttheaters Klagenfurt, atmet die Interpretation beim KSO den Geist des Komponisten mit allen wunderbar aufgefächerten Feinheiten und Farben der Instrumentation, Harmonik und Rhythmik, die an Impressionismus grenzt. Vor allem in den Lyrismen gibt es eine Intensität, die viel subtile Innigkeit verströmt. Ein toller Einstand des neuen Chefdirigenten!

Uneingeschränkt glücklich wird man diesmal auch mit dem Sängerensemble: Mit ganzem Herzen muss der Komponist an seiner Hauptfigur gehangen haben, denn die Melodien, die er ihr in den Mund legte, sind von ergreifender Schönheit. Und genauso solche Töne mit tiefen Gefühlen und vielen Schattierungen verströmt Pumeza Matshikiza als Rusalka, der die uralte Märchengestalt der Meerjungfrau Undine zugrunde liegt, und die von jener tragischen Liebe einer Nixe zu einem Menschen und ihr glückloser Ausflug in dessen Welt handelt. Robert Watson ist jener Mensch, ein Prinz, der über einen wunderbar baritonal gefärbten, kraftvollen und höhensicheren Tenor verfügt. Martin Snell ist ein ausgesprochen schön und weich singender Wassermann. Mystisch und ausdrucksstark wirkt Ursula Hesse von den Steinen, die bezeichnenderweise sowohl die Hexe wie die fremde Fürstin singt. Auch die vielen kleineren Partien und der Chor singen tadellos.

Karlheinz Fessl/Stadttheater
Pumeza Matshikiza als "Rusalka", Robert Watson als "Prinz" und Ursula Hesse von der Steinen als "Die fremde Fürstin/Jezibaba" © Karlheinz Fessl/Stadttheater

Weit weg von einem Märchen ist die Inszenierung von Eva-Maria Höckmayr. Auf einer sich viel zu oft bewegenden Drehbühne zeigen sich ständig, unterschiedliche Räume einer Gemäldegalerie, wo die im Libretto vorgesehene Natur ausgesperrt und nur auf den großformatigen Bildern vorkommt. Traumhafte Sequenzen und Traumdeutungen á la Freud sind zu erkennen. Die eigentliche Personenführung ist detailliert und reich an Symbolen. Großer Jubel!

Eine ausführliche Kritik folgt in der Samstag-Printausgabe.

Wertung: **** (Vier Sterne)

 

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