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Interview

M. Night Shyamalan: "Der Horror lauert in jeder Ecke"

Mit "The Sixth Sense" schuf M. Night Shyamalan 1999 einen genialen Thriller und Horrorfilm. Nun knüpft er mit "The Visit" an einstige düstere Glanztaten an. Der Regisseur im Interview.

Horrorgeschichten, lebensnah: Regisseur M. Night Shyamalan mit seiner Frau Bhavna © AP/Sykes
 

Kurz der Inhalt: In „The Visit“ schickt eine alleinerziehende Mutter ihre beiden Kinder, Bruder und Schwester, erstmals zu den Großeltern aufs Land. Wegen eines Familienkonflikts ist dies die erste Begegnung. Zunächst kümmern sich die Großeltern liebevoll um die Kinder. Die beiden wollen ihren Aufenthalt mit einer Videokamera als Dokumentation mitdrehen und machen bald verstörende Entdeckungen. Die Chancen, dass sie wohlbehalten zurückkehren, sinken mit jedem Tag.


Herr Shyamalan, woher nehmen Sie Ihre Geschichten?
M. NIGHT SHYAMALAN: Aus dem Leben. Zum Beispiel: Eine Freundin von mir hat zwei Kinder im Alter, in dem auch die Kinder im Film sind. Der Ehemann und Vater hatte die Familie verlassen und kam nie wieder. Ich habe das Leben der Mutter und der Kinder längere Zeit beobachtet. Dazu kommt, dass ich Inder bin und indische Familien sehr groß sind. Da kommt es häufig zu Verwicklungen und Missverständnissen, die gelöst werden müssen.


Wo haben Sie das „Geisterhaus“ für „The Visit“ entdeckt?
SHYAMALAN: Es lag, sehr bequem, 20 Autominuten von meinem Haus entfernt und sollte zwangsversteigert werden. Ich ging zu den Inhabern, fragte sie, ob ich das Haus für sechs Wochen haben könnte, als Hauptschauplatz für meinen Film. Danach würden sie es wahrscheinlich zu einem besseren Preis verkaufen können. Das wirkte.


Kurz zurück zu ihrem Thriller „Sixth Sense“. Was war Ihrer Meinung nach der Grund für diesen Überraschungserfolg?
SHYAMALAN: Die Besucher waren offensichtlich fasziniert von der Idee eines Lebens nach dem Tod. Über das überraschende Ende wurde geredet, geredet. Manche gingen mehrmals hinein, um etwaige Fehler zu finden. Sie fanden keinen.


Seither sind Sie immer wieder in diesem Genre tätig. Gibt es spezielle Gründe dafür?
SHYAMALAN: Das passierte einfach. Dabei habe ich viel Sinn für Humor. Ich habe ja auch das Drehbuch zu „Stuart Little“ geschrieben. In den anderen Filmen gibt es zwischen all dem Grauen heitere Momente, und von „The Visit“ existiert ja auch eine zweite Fassung, die den Film stark in Komödien-Nähe rückt. Doch die Universal Pictures wollten lieber die Horror-Version.


Strahlen Sie dieses Image, glauben Sie, irgendwie aus?
SHYAMALAN: Ich habe wirklich keine Ahnung. Mir fällt dazu aber eine merkwürdige Episode ein. In einer Hotelbar in Sydney kam ein Mann auf mich zu und erklärte: „Ich sehe Geister. Ich sehe immer wieder Geister. Und alle schauen genauso aus wie Sie!“ Woran ich jedenfalls glaube, sind gewisse Energien.


Sie spielen in Ihren Filmen viel mit Farben. Wie wichtig ist Ihnen Musik?
SHYAMALAN: Musik entwickelt im Film eine ganz eigene Kraft. Andererseits: Hitchcock hatte in „Die Vögel“ überhaupt keine Musik. Und das war auch genial.


Was ist eigentlich aus dem „Geisterhaus“ von „The Visit“ geworden?
SHYAMALAN: Ich war noch mehrmals allein dort und hoffte, vielleicht dem Teufel zu begegnen. Er hat sich jedoch nicht gezeigt. Leider.

INTERVIEW: LUIGI HEINRICH

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