Für alle Fälle gerüstet war Mirjam Unger schon als Kind - und zwar mit der Ausbildung am Lycée francais de Vienne. Für das "jüdisch erzogene" Mädchen war Französisch eine Art sprachliche Versicherung, um gegen "Fälle" wie den Holocaust gewappnet zu sein. Zum einen, weil Ungers Großeltern Opfer des Holocaust waren, zum anderen, weil die Angst damit praktisch zum Familienerbe gehörte.
Dokumtarfilm. Vor diesem Hintergrund überlegte die 36-jährige Wienerin lange, ob sie die Regie für "Vienna's Lost Daugthers", einem Dokumtarfilm über nach New York emigrierte Jüdinnen, übernehmen sollte: "Ich fragte mich, ob ich dem Film gewachsen bin. Soll ich es machen, obwohl es nicht meine Geschichte ist." Dass sich die FM4-Moderatorin (Connected, Homebase) dafür entschieden hat, wurde gleich mehrfach belohnt. Schon während der New Yorker Dreharbeiten fand die Regisseurin "so viel Schönes und fast Heilsames". Als Draufgabe gab es den Publikumspreis der Kleinen Zeitung bei der Diagonale 07.
"Naked Lunch". Mirjam Unger achtet genau auf die Reaktionen des Publikums. Wann die Leute lachen oder bewegt sind. Das wird die zweifache Mutter auch tun, wenn sie "Vienna's Lost Daugthers" Donnerstag im Volkskino präsentiert. Sie ist schon gespannt auf Klagenfurt. Immerhin ist es auch die Heimat einer ihrer Lieblingsbands, "Naked Lunch".
Sie ist keine verlorene Tochter
"Vienna's Lost Daugthers" ab Donnerstag in Klagenfurt. Sie ist schon gespannt auf Klagenfurt. Immerhin ist es auch die Heimat einer ihrer Lieblingsbands, "Naked Lunch".
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