Zwei Geschwister (Adam Driver und „Big Bang Theory“-Star Mayim Bialik) sitzen im Auto am Weg zum kränkelnden Vater. Man tauscht sich über Belanglosigkeiten aus, witzelt herum, der Elefant im Raum, die spürbare Entfremdung, entnimmt man dem Unausgesprochenen. Am Küchentisch erwartet sie dann auch schon der Papa, mit hinreißender Exzentrik von Tom Waits verkörpert. So weit hört sich das nach einem handelsüblichen Kapitel aus dem Handbuch Jim Jarmuschs an. Nun hat sich der amerikanische Filmemacher, Koryphäe des Kultkinos der Neunzigerjahre und lebende Personifikation einer zeitlosen Indie-Coolness, lange nicht zu Wort gemeldet. Sieben Jahre ist es her, dass Jarmusch mit der gefloppten Zombiekomödie „The Dead Don’t Die“ – seltener Tiefpunkt – von sich reden machte. Mit „Father Mother Sister Brother“ kehrt der 73-Jährige auf vertrauteres Terrain zurück.
Father Mother Sister Brother
Indie-Gigant Jim Jarmusch erzählt von brüchigen Familien
Kritik.
In seinem ersten Film seit sieben Jahren erzählt Indie-Gigant Jim Jarmusch („Stranger than Paradise“, „Down By Law“) in drei Episoden von brüchigen Familienbeziehungen. Ein angenehmes Spätwerk, das nicht an poetische Höhen von einst heranreicht.
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