Seit der Gründung einer von den Freiheitlichen geführten Landesregierung rumorte es gewaltig im steirischen Kulturleben. Die Nacht-und-Nebel-Aktion, mit der das Kulturkuratorium (das wichtigste Beratungsgremium) umbesetzt worden ist, sorgte für Empörung und schürte die Angst, dass „politisch unliebsam“ gewordene Kulturinstitutionen einen finanziellen Kahlschlag erleiden müssten. Brisant dabei war, dass dies alles zeitlich mit der Ausschreibung der neuen Drei-Jahres-Verträge zusammenfiel. Mit diesem mittelfristigen Finanzierungsmodell will man bekanntlich Planungssicherheit für die freien Kulturveranstalter herstellen. Die Stadt Graz hat das gleiche Modell wie das Land Steiermark. In den Genuss der „Dreijährigkeit“ kommen die renommiertesten der steirischen Kulturinstitutionen, die nicht im Besitz des Landes sind: Der kulturelle „Mittelbau“ zwischen großen Tankern und kleinen Initiativen, wenn man so möchte.
Zu einem Kahlschlag ist es natürlich nicht gekommen. Wie man aus den Kulissen seit Wochen gehört hat, würde das Fördervolumen in etwa gleich bleiben. Die Budgetnöte des Landes wollte man nicht in diesem absolut gesehen recht kleinen Spektrum kurieren. Zum Vergleich: Es geht bei den mehrjährigen Förderungen um etwa 7 Millionen Euro pro Jahr, 2024 gingen an die landeseigenen Kulturbetriebe Joanneum 37,1 Millionen, an die Bühnen Graz 29,9 Millionen Euro.
Bei den größten Beträgen ist das Plus bei La Strada und Forum Stadtpark auffallend, aber auch ein Minus beim Elevate. Während in der Vorperiode 2023-25 insgesamt 130 Projekte in den Genuss einer dreijährigen Vereinbarung kamen, sind es nunmehr 116. Das gesamte Fördervolumen reduziert sich von 21,9 auf 20,9 Millionen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass früher auch Volkskultur-Einrichtungen in diese Vereinbarung fielen, aber die Volkskultur wurde nach der letzten Wahl wieder ein eigenes Ressort.
„Mit den mehrjährigen Kulturförderungen ermöglichen wir den Kulturschaffenden eine finanzielle Planungssicherheit und Stabilität für ihre Arbeit und für die Umsetzung ihrer vielfältigen Projekte für die Jahre 2026 bis 2028“, betont der Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl, der den Antrag zum Beschluss eingebracht hatte.
Kommentar
Sieht man sich prononciert gesellschaftspolitische Institutionen an, verändert sich das Bild kaum: Das „Andere Heimatmuseum“/Schloss Lind, der soziokulturelle Verein Xenos blieben gleich, die Fördersummen bei der IG Kultur, den manuskripten und dem Festival wurden angehoben. Deutlich weniger erhalten das Theater im Keller und der Verein ISOP.
Eine Reihe von Institutionen finden sich (aus unterschiedlichen Gründen) nicht mehr in der Förderliste: Kabarettarchiv, Weizer Pfingstvision, KIG!, Werkstadt Graz, Edition Keiper, Griessner Stadl, Follow the Rabbit, Jugendzentrum Explosiv, Kunstverein Grrrls, Klanghaus Untergreith, Bluatschwitz Black Box, gamsbART und andere.
Neu dazu kamen hingegen unter anderem: die Brücke, Kunstverein Roter Keil, Festival spleen, Royal Garden Jazz Club, Festival St. Gallen, Grazer Märchensommer, KUMA Kulturkalender, Laut!, Theaterakademie LebensGroß, Soundportal.