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TippsKörpersprache: Wie man sein Publikum vom Hocker reißt

Trockentraining für mehr Redesicherheit: wie man sein Publikum mit der richtigen Körperrhetorik bei kleinen und großen Präsentationen fesseln kann. Tipps und Übungen von der Expertin.

Tipps für den richtigen Einsatz von Körpersprache
Tipps für den richtigen Einsatz von Körpersprache © (c) contrastwerkstatt - stock.adobe.com
 

Wenn der Zuhörer nervös mit den Beinen zappelt oder die Kiefer aufeinanderpresst, stört ihn etwas an dem Vortrag. Ebenso bewegt erleben wir eine interessante Rede - die Augen weiten sich, der Kopf ist gerade bis zur Seite geneigt, die Schultern leicht nach oben gezogen, manchmal kann sogar der Mund offen stehen. „Bewegung erzeugt Bewegung“, lautet eine von Nadine Kmoths goldenen Regeln der Körperrhetorik.

Wie aber reißt man sein Publikum bei einer Rede vom Hocker, ohne den Zappelphilipp zu machen? Die besten Tipps der Managementtrainerin fürs Training hinter verschlossener Tür:

Eindruck. Das Publikum macht sich zuerst ein Bild vom Vortragenden, erst dann konzentriert es sich auf die Inhalte. „Wenn sich die körpersprachlichen Signale widersprechen und der Zuhörer nicht die passende Schublade für den Vortragenden findet, zieht er sich zurück und wird skeptisch statt neugierig“, sagt die Trainerin. Und eine skeptische Zuhörerschaft ist schwer zu bewegen. Deshalb: Nicht hin- und hergehen, nicht auf den Ballen wippen, nicht zappeln. Sicher steht, wer die Füße schulter- bzw. hüftbreit auseinanderstellt. Das zeigt Standfestigkeit und Realismus, auch wenn man noch gar nichts gesagt hat. Übung: breitbeinig aufstellen, kurz stehen bleiben. Im Gegenzug die Füße direkt nebeneinanderstellen und fühlen, wie sich die Wirkung verändert.

Nähe. Wer sich während der Rede ein bisschen nach vorne beugt oder einen Schritt auf das Publikum zugeht, erzeugt damit Nähe. Nach einem ruhigen Einstieg ist Dynamik gefragt. Wer seinen Standpunkt wechselt, kann das auch durch Bewegung ausdrücken und bewusst einen Schritt zur Seite machen. „Die Augen der Zuschauer sind am Ermüdungsprozess beteiligt“, betont die Trainerin. „Wenn wir ihnen etwas zu tun geben, wird der Zuschauer automatisch wacher.“

Üben. Drei Papierschnipsel in einem Dreieck auf den Boden legen. Einen vor die Füße, einen 1,5 Meter vorne links, den dritten 1,5 Meter vorne rechts. Dann der Topfpflanze erzählen, wie gern man sie eigentlich hat. Während des Plädoyers sollte man jeden der drei Punkte einmal berühren, jedoch ohne dass die Pflanze, hätte sie Augen, merkt, dass man sich bewegt hat.

Zettel. Mit Karteikarten kann man sich die wichtigsten Stichwörter notieren und man kommt nicht in Versuchung, die Hände einzustecken. Zu groß sollten die Karten nicht sein. Während der Rede sollte man nicht an die Gesten denken. Deshalb üben, also zum Beispiel, der Kollegin erzählen, wie schön der sonntägliche Ausflug war. Dabei die Gesten, die man sonst auch macht, ein bisschen vergrößern. Dabei gilt: Gesten unterhalb der Taille sieht man ab der dritten Reihe nicht mehr. Übung dazu: Bei folgendem Satz einen Globus in die Luft malen: „Die Globalisierung hat uns viele Vorteile gebracht.“ Wer Inhalte unterstreichen will, darf übertreiben. Soll der Inhalt heruntergespielt werden, sollte man dazu keine großen Gesten machen.

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