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Forschung aus Kärnten - FHNeue Chancen am ersten Arbeitsmarkt

Fast vier Millionen Euro ersparte sich die Öffentlichkeit mit Inklusion am Arbeitsplatz. Die FH Kärnten sieht noch anderes Potenzial.

Arbeitskräfte des ChancenForums werden in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt
Arbeitskräfte des ChancenForums werden in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt © Autark/Grauf-Sixt
 

Der „Bistro-Flitzer“ im Amt der Kärntner Landesregierung ist so ein sichtbares Zeichen dafür, was Inklusion bewirken kann: Dieses Kleinunternehmen, das Menschen bei der Meisterung des Arbeitsalltags unterstützt, beliefert die Beamten des Landes mit Imbissen. Das Land Kärnten profitiert aber über die Verpflegung hinaus. Inklusion von Menschen mit Behinderung spart der öffentlichen Hand seit 2004 etwa 3,8 Millionen Euro – alleine durch das Projekt „ChancenForum“, wie eine Evaluation der FH Kärnten bescheinigt.

Nicht nur der volkswirtschaftliche Effekt dieses Projekts des Sozialdienstleisters Autark wurde betrachtet, sondern auch der sozialwissenschaftliche. Susanne Dungs, die Leiterin des Studiengangs Disability & Diversity Studies attestiert dem „ChancenForum“ Vorbildwirkung über Kärnten hinaus: „Wir sehen hier ein Best-Practice-Beispiel für die Begleitung von Menschen mit Lernbehinderungen in den Arbeitsprozess. Das Projekt bietet bisher unbekannte Entfaltungsmöglichkeiten und zunehmende Selbstbestimmung.“ Der Begleitungsaufwand durch Arbeitsassistenten und Mentoren sei zusehends geringer geworden – ganz ohne Unterstützung bleiben die Menschen aber nie.

„Wer bisher nur im geschützten Rahmen gelebt und gearbeitet hat, soll über unterstützte Tätigkeit in Betrieben des ersten Arbeitsmarkts tätig sein können“, sagt Dungs. Ihr Team hat mit allen Beteiligten Interviews geführt und viel Positives von Arbeitnehmer und -geberseite gehört. Vor allem die beteiligten Betriebe seien froh über die neuen Erfahrungen.

Dieser Einstellungswandel sollte aber noch durch die ganze Wirtschaft gehen, wünscht sich Dungs. „Die Gesellschaft insgesamt muss offner werden. Viele kleine Schritte sind notwendig, um Bewegung in die Inklusionsbemühungen zu bringen.“ Möglich würde dies, indem mehr und mehr Betriebe davon überzeugt werden, dass Inklusion eine Win-win-Situation für alle bedeute, so Dungs.

Projektinfos

ChancenForum läuft seit 2004 und startete mit zwei Personen, die ins Arbeitsleben begleitet wurden. Heute sind 120 Menschen im Projekt beschäftigt, betreut von 250 Mentoren und 15 Assistenten. Über 100 Beschäftigerbetriebe sind mit an Bord.

Einsparungen für die öffentliche Hand setzen sich u. a. aus Sozialversicherungsbeiträgen und Mehrwertsteuereinnahmen zusammen.

Infos zum ChancenForum: www.autark.co.at

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