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Forschung aus Kärnten - FHHebammen und Pflegende klären auf

Frauen werden immer später schwanger, gesundes Leben ist gerade in der Jugend wichtig. Forscher schaffen Bewusstsein.

Hebammen werden immer öfter zu Ansprechpersonen für Paare, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht auf Anhieb klappen will
Hebammen werden immer öfter zu Ansprechpersonen für Paare, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht auf Anhieb klappen will © Kzenon - stock.adobe.com
 

Exakt 30,07 Jahre hat das Fertilitätsalter in Österreich im Jahr 2017 betragen. Die Zahl zeigt an, in welchem Alter Frauen durchschnittlich schwanger werden: mit über 30 laut Statistik Austria. Das war nicht immer so, im Jahr 1984 lag das Fertilitätsalter noch bei knapp 24 Jahren. Dass Frauen später schwanger werden, stellt die Medizin vor Herausforderungen – mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft.

Hebammen und Pflege wollen für diese Folge des gesellschaftlichen Wandels gerüstet sein und bereiten sich schon jetzt für einen absehbaren weiteren Anstieg des Fertilitätsalters vor: Zum Beispiel an der FH Kärnten, wo die gesundheitswissenschaftlichen Studiengänge ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen hat. „PreconNET“ (siehe Info) wird von fünf europäischen Hochschulen getragen, für Österreich sitzt Birgit Münzer am Ruder. Die Hebammen-Studiengangsleiterin stellt fest, dass zur Sicherung der Fertilität schon bei jungen Menschen angesetzt werden muss: „Wir sehen, dass Jugendliche sich sehr wenig Gedanken machen, was ihre Fruchtbarkeit in späteren Jahren betrifft. Wir wollen früh Bewusstsein schaffen, dass das ihren Chancen für den Kinderwunsch schadet.“

Um die Jugendlichen zu erreichen, erforschen Münzer und Kollegen Möglichkeiten, mittels sozialer Medien für das Thema zu sensibilisieren. Außerdem werden die Lehr- und Lernpläne für künftige Hebammen und Pflegekräfte den neuen Gegebenheiten angepasst: „Wir werden effiziente Ausbildungskonzepte definieren und innovative, digitale Lehrpakte ausarbeiten“, sagt Münzer.

Aus der Praxis weiß sie, dass Hebammen immer mehr zu Ansprechpersonen werden, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist ihr, zu betonen, dass es nicht nur die Frauen alleine sind, die ihre Fruchtbarkeit in der Hand haben. „Auch der Lebensstil der Väter ist entscheidend.“ Regelmäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum etwa wirken sich schädlich aus.

Zum Projekt

PrecoNET steht für „Preconception Health of Youth“ und will Wissenslücken in der Hebammen- und Pflegeausbildung schließen. Das Erasmus-Plus-Forschungsprogramm vereint Forscher aus den Bereichen Gesundheits- und Krankenpflege sowie Hebammen von Hochschulen der Länder Belgien, Finnland, Slowenien und Österreich. Projektstart war im Oktober 2018, drei Jahre lang wird zu Bewusstseinsschaffung und Aufklärung geforscht.

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