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VillachStadtmuseum macht es weiter spannend

Das kürzlich ausgezeichnete Villacher Stadtmuseum bekommt einen Lift und sucht noch Exponate für die Sonderausstellung 2018.

Kurt Karpf und sein Team freuen sich über die Auszeichnung mit dem Museumsgütesiegel © Helmuth Weichselbraun
 

Früher war die Rechnung einfach: Alt + ehrwürdig = langweilig. Für das Stadtmuseum Villach gilt diese Formel längst nicht mehr. Kinder und Jugendliche gehen bei speziell auf sie zugeschnittenen Führungen mit Spaß auf Spurensuche. Und Erwachsene sowieso. Das wurde dem alten und ehrwürdigen, aber gar nicht langweiligen Gedächtnis der Draustadt nun auch ganz offiziell und schriftlich bescheinigt: durch die Auszeichnung mit dem österreichischen Museumsgütesiegel.

Die Verantwortlichen setzten - mit Erfolg - auf Interaktion, also das Mitmachen. „Bei der heurigen Sonderausstellung zu 500 Jahren Reformation konnten Besucher zum Beispiel in Kleidung aus der damaligen Zeit schlüpfen und Kinder eine alte Druckerpresse betätigen“, sagt Museumsdirektor Kurt Karpf. Kulturreferent Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) gratuliert zur Auszeichnung: „Mittlerweile kann man in unserem Museum mit Haut und Haaren in vergangene Epochen eintauchen. Geschichte wird zum Erlebnis.“

Derzeit ist das Museum - wie immer von Ende Oktober bis Anfang Mai - geschlossen. Hinter den Kulissen wird aber nicht nur inhaltlich, sondern diesmal auch mit Bagger, Schaufel und Beton gearbeitet. Ab Saisonstart 2018 soll die gesamte, auf mehrere Stockwerke verteilte Sammlung barrierefrei zugänglich sein, weshalb im Innenhof ein Lift an das Gebäude angebaut wird. „Die Stadt investiert in das Projekt 342.000 Euro“, sagt Albel.

Das Villacher Museum

Die Gründung des Villacher Museums 1873 geht auf den Bauunternehmer Hans Picco (1823 - 1899) zurück, der ihm auch seine Sammlung zur Verfügung stellte.

1945 wurde das Gebäude am Kaiser-Joseph-Platz, in dem sich das Museum bis dahin befunden hatte, durch Bombenangriffe zerstört. Die Sammlung hatte man zuvor zum Glück in Sicherheit gebracht.

Das heutige Museumsgebäude in der Widmanngasse ist ein Stadthaus aus dem Spätmittelalter, das hinten an die Stadtmauer grenzte. Karpf und seine Mitarbeiter betreuen auch das Relief von Kärnten im Schillerpark, den Schauraum in der Burg und die Aussichtsplattform am Stadtpfarrturm.

Die Sonderausstellung 2018 wird den Titel „Zimmer frei!“ tragen und sich mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs im Bezirk Villach beschäftigen, von den Anfängen des Tourismus um das Jahr 1900 bis heute. Alltagshistoriker Werner Koroschitz befasst sich damit seit Monaten und sucht noch Exponate: Wer Zeitdokumente, Informationen und Erinnerungen von größerem Interesse zum Thema beisteuern kann, ist eingeladen, sich im Projektbüro (Telefonnummer 0 42 42/205 34 32, E-Mail projektbuero@villach.at) zu melden.

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