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GeschichteWarum die St. Veiter Freyung Klagenfurter Wurzeln hat

St. Veit und Klagenfurt verbindet nicht nur die Schnellstraße, sondern auch das wohl bekannteste historische Symbol für den Wiesenmarkt: die Freyung.

Die aufgestellte Freyung
Die aufgestellte Freyung © KLZ/Helmuth Weichselbraun
 

Die hölzerne Hand hat den Griff des Marktrichterschwertes fest umklammert. Sie setzt aber nicht grimmig zum Angriff an, sondern wirkt eher würdevoll, vielleicht sogar ein wenig mahnend. Das deckt sich perfekt mit der historischen Funktion der St. Veiter Freyung. Die Hand, die ein Schwert hält, symbolisiert den von der Obrigkeit garantierten „Marktfrieden“. Über Jahrhunderte hinweg verkündete man durch ihr zeremonielles Aufstellen der Bevölkerung eine frohe Botschaft, die heute in der Zeitung und im Internet steht: Bald ist Wiesenmarkt!

Theoretisch müssten die St. Veiter eine uralte Freyung besitzen, sie feiern ihren Wiesenmarkt ja schon seit 1362. Aber leider ist das Original verloren gegangen. „1932 hat man sich in der Herzogstadt an das Aufstellen der Freyung erinnert und den Brauch wiederbelebt“, weiß der Klagenfurter Geschichtsforscher Reinhold Gasper. Die dazugehörige Freyung lieferte ein Restaurator aus der Landeshauptstadt. Er gestaltete sie nach einem Vorbild des erhalten gebliebenen Marktrichterschwertes, das spätestens seit Mitte des 18. Jahrhunderts in Klagenfurt regelmäßig zum Einsatz kam.

Die St. Veiter erhielten keine 1:1-Kopie. Das Wappenschild ihrer Freyung ziert natürlich nicht der Lindwurm, sondern der Heilige Vitus (Veit). Der Namensgeber der Stadt - er soll um das Jahr 300 in Süditalien gelebt haben - wird als einer der 14 christlichen Nothelfer und als Märtyrer verehrt. Auf der Freyung ist er in einem Kessel mit siedendem Öl abgebildet. Zum geselligen Treiben am Wiesenmarkt passt, dass er unter anderem Schutzpatron der Gastwirte, Bierbrauer und Winzer ist.

Der Heilige Vitus (Veit)
Der Heilige Vitus (Veit) Foto © KLZ/Helmuth Weichselbraun

Die normalerweise sicher im Rathaus verwahrte St. Veiter Freyung wird seit der Wiederbelebung des Brauchs immer 14 Tage vor dem Fest auf dem Hauptplatz aufgestellt. „Ihre Funktion erfüllt sie nach wie vor“, lacht Wiesenmarktreferent Vizebürgermeister Rudi Egger. „Eine weit verbreitete Reaktion der St. Veiter darauf ist die Frage: Ist es schon wieder so weit?!“ Bei der Eröffnung wandert die hölzerne Hand dann feierlich auf das Wiesenmarktgelände.

Ihr Vorbild ist in der Landeshauptstadt unter Verschluss, während eine weitere Kopie (mit Lindwurm) ganzjährig der alten Freyungsfunktion nachkommt: Sie wurde 2005 auf Gaspers Initiative hin am Klagenfurter Benediktinermarkt aufgestellt und wacht dort seither wieder über das Geschehen.

Die Freyung wird außerhalb der Wiesenmarktzeit im Rathaus verwahrt
Die Freyung wird außerhalb der Wiesenmarktzeit im Rathaus verwahrt Foto © KLZ/Helmuth Weichselbraun

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