Ein tragischer Unfall ereignete sich am Donnerstag in Osttirol: Dabei ist ein Mitarbeiter eines Hotels in der Ortschaft Hopfgarten in Defereggen ums Leben gekommen. Nach ersten Informationen ist der Mann an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben.
„Die Feuerwehr Hopfgarten ist kurz vor 9.30 Uhr alarmiert worden“, sagt Markus Tönig, Bürgermeister und Einsatzleiter. Die erste Meldung lautete „Bergung einer Person aus einem Schacht“, so Tönig. In einem Hotel war der leblose Körper eines Mannes gefunden worden. Der Hausmeister des Hotels lag in einem Schacht vor dem Heizungsraum im zweiten Untergeschoß der Anlage, berichtet Tönig. Trotz sofortiger Reanimation durch die Einsatzkräfte (Feuerwehr, Rotes Kreuz und Notarzt) konnte der Mann nicht mehr gerettet werden. Der österreichische Staatsbürger verstarb noch an der Unfallstelle.
Hotelgäste und weitere Mitarbeiter wurden evakuiert. Aufgrund der Auffindesituation ging man von einem Kohlenmonoxidaustritt aus. Man habe umgehend entsprechende Messungen durchgeführt, so Einsatzleiter Tönig. Dabei wurde eine erhöhte Kohlenmonoxidbelastung festgestellt. „Eine CO-Vergiftung ist aufgrund der ersten Untersuchungen wahrscheinlich, die genaue Todesursache ist aber noch Gegenstand weiterer Abklärung“, sagt Virologe und Notarzt Gernot Walder vom Notarztverband Osttirol.
20 Personen behandelt
Das ausgetretene Gas setzte auch mehreren Einsatzkräften und Hotelmitarbeitern, die sich im zweiten Untergeschoss aufgehalten haben, zu. Insgesamt wurden etwa 20 Personen vom Notarzt und dem Team der Praxis Defereggen vor Ort behandelt, so Walder. „Überwiegend wegen Vergiftungserscheinungen durch Kohlenmonoxid. Alle konnten inzwischen in häusliche Pflege entlassen werden.“
Das Ärzteteam ist auch am Donnerstagnachmittag noch am Unfallort und führt Sauerstoff-Therapien für Opfer und weitere Messungen durch. „Wir be- und entlüften die Räume nach wie vor“, sagt Einsatzleiter Tönig. Wann das Hotel wieder betreten werden kann, ist noch nicht klar.
Polizei ermittelt
Die Polizei hat die Anlage weiträumig abgesperrt, das Landeskriminalamt Tirol ermittelt. Wie es zu dem Unfall gekommen war, ist noch unklar. „Nach jetzigem Stand muss man von einem technischen Gebrechen als Auslöser ausgehen“, sagte Erich Gliber, Kommandant der Polizeiinspektion Matrei gegenüber der Austria Presse Agentur (APA).
Neben der FF Hopfgarten in Defereggen waren die Freiwilligen Feuerwehren, Huben, Matrei und Lienz, das Rote Kreuz (St. Jakob in Defereggen und Matrei in Osttirol), der Notarzthubschrauber Martin 4 sowie die Praxis Defereggental mit Notarzt und Pflegepersonal im Einsatz.