Über 100.000 Kärntner sind täglich dabei, wenn Alex Streicher seinen Traum lebt. Seit vier Jahren steht er als Moderator hinter dem Antenne-Mikrofon, tauscht jetzt aber das Studio gegen den Keller. Zumindest für einen Abend.

Denn Streicher feiert mit seinem ersten Comedy-Programm Premiere. Der Name der Show, „der erste Streich“, trifft den Humor des 34-Jährigen auf den Punkt. „Ich war immer der, der dumme Wortspiele macht“, sagt Streicher. Das wissen seine Freunde, das wissen Antenne-Hörer und bald auch diejenigen, die am 30. April im Theaterkeller der Hafenstadt in Klagenfurt bei seinem „ersten Streich“ dabei sind. Das Überthema des Abends? Die Probleme eines „Fast-Mitte-30ers“.

90 Minuten Programm

Streicher erzählt Geschichten aus seinem Leben. Manche sind peinlich, manche überspitzt. „Vieles ist aber genauso passiert, wie ich es im Programm habe“, sagt Streicher. Und fällt ihm zu einer Situation kein Witz ein, zeigt er, was er jahrelang in Coverbands und Chören gelernt hat. Mit der Gitarre in der Hand, singt er ein „Streicher-Original“ aus dem Jahr 2004. Das Sammeln, Schreiben und Sortieren war für ihn eine Art der Selbsttherapie, meint der Poggersdorfer. 90 Minuten lang haben die Zuschauer die Chance, hinter die Stimme und in den Kopf des selbsternannten „Radiogesichts“ zu blicken.

Dass er eines wird, war geplant, und dennoch Zufall. Schon als Görtschitztaler Kind wusste Streicher, dass er einmal in ein Radiomikrofon sprechen wird. Beruflich ging er zuerst dennoch andere Wege, war lange in der Jugendarbeit aktiv. Von seinem Wunsch ließ er aber nie los – mit Erfolg: Ab 2018 moderierte er dreieinhalb Jahre bei „Welle 1“ die Morningshow, wechselte 2022 in die Hasnerstraße in Klagenfurt. Dort unterhält er zigtausende Kärntner. „Nur“ 100 werden es in der Hafenstadt sein. Aufregung verspürt er dennoch. „Im Radio spricht man in ein Mikro. Man bekommt kein direktes Feedback, ob etwas gut war oder nicht.“

Erste Bühnenauftritte in Wien

Das ist auf der Bühne anders, weiß Streicher aus Erfahrung. Lange spielte er mit dem Gedanken, am Comedy-Parkett aufzutreten, genügend Mut und Witze sammelte er dafür aber erst im Herbst 2024. Mit einem siebenminütigen Sketch fuhr er zu einem „Open-Mic-Event“ nach Wien. „Ich wollte nicht, dass mich jemand aus dem Publikum kennt“, sagt Streicher. „Deshalb habe ich den Auftritt sogar meiner Tante verheimlicht, bei der ich schlafen durfte.“

Nach dem Abend war das Eis gebrochen. Weitere Veranstaltungen folgten und galten als Probelauf für sein erstes, großes Programm, mit dem sich Streicher wieder einen kleinen Kindheitstraum erfüllt. Denn Humor gehört zu seinem Leben dazu. „Mir ist kein Scherz zu blöd. Heutzutage ist sowieso alles zu ernst.“ Die Chance, dass sein „erster Streich“ nicht der letzte sein wird, ist somit groß.